Diverses Gesucht: Die besten Wissensmanager

Wissensmanagement - nur ein Thema für IT-Freaks und Berater? Da kann Thomas Rusche, Chef des Premium-Herrenausstatters SØR Rusche, nur milde lächeln. Als einer der ersten Mittelständler hat der Familienunternehmer aus dem ostwestfälischen Oelde eine Wissensbilanz erstellt. Bewertung "weicher" Faktoren wie Qualifika­tion der Verkäufer oder Exklusivität von Kundenkartei und Filialstandorten inklusive.

Die daraus resultierenden Ziele sind Gegenstand jeder Führungskreissitzung. Und nicht nur das: „Seit ich das Papier unseren Banken auf den Tisch gelegt habe, zahlen wir viel günstigere Kreditzinsen“, sagt der zweifach promovierte Ökonom.

Wissen, was man alles weiß, und diese Erkenntnisse zum Nutzen von Firma und Belegschaft intelligent ausschöpfen: Darum bemüht sich mittlerweile eine Menge Firmen aller Branchen und Größen, oft mit beachtlichem Erfolg. Sie alle sind eingeladen, sich um den Titel „Wissensmanager des Jahres“ zu bewerben, den Commerzbank und impulse in diesem Jahr zum vierten Mal ausschreiben. Schirmherr: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos.

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Prämiert werden vorbildliche Ini­tiativen und Projekte für systematischen Umgang mit Ideen, Erfahrungen, Fach- und Branchenkenntnissen sowie Geschäftskontakten. Dabei sind nicht etwa die technisch aufwendigsten Datenbanken oder IT-Netze besonders gefragt. „Entscheidend ist das ganzheitliche Verständnis einer wissens- und kommunikationsorientierten Firmenkultur“, sagt Professor Klaus North von der FH Wiesbaden, der sich mit seinem Karlsruher Kollegen Rudi Studer die wissenschaftliche Leitung des Awards teilt.

Zu den bisher ausgezeichneten Chefs zählen denn auch so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Sanitärhändler Eberhard Bürgel aus Nienburg mit seinem virtuellen Branchennetzwerk oder Francesco de Meo, der als Geschäftsführer der Helios-Kliniken ein im Gesundheitsbereich einmaliges Qualitätssicherungssystem installiert hat. Außerdem der für vorbildliche Kommunikationskultur ausgezeichnete frühere Sartorius-Chef Professor Utz Claassen (heute EnBW). Oder eben Wissens­bilanzierer Thomas Rusche.

Beste Chancen haben Firmenchefs, die ihre Beschäftigten planmäßig ermuntern, ihr Wissen bereitwillig mit Kollegen zu teilen. Oder die das Miteinander zwischen Innen- und Außendienst auf verblüffende Weise neu organisiert haben und ein vorbildliches Intra- oder Extranet vorweisen können. Oder verhindern, dass ausscheidende Fach- und Führungskräfte ihr wertvolles Know-how auf Nimmerwiedersehen mitneh-men. „Im Wettbewerb gibt es kein Abonnement für die Poleposition, sie muss ständig aufs Neue erworben werden“, sagt Martin Blessing, Firmenkunden-Vorstand der Commerzbank, „und dafür ist exzellent zusammengeführtes Wissen unabdingbar.“

So nehmen Sie teil

Konditionen, Fristen, Juroren: die Details des Wettbewerbs für Chefs von Firmen, die ihr Wissen kreativ nutzen.

  • Was bewertet wird
  • Gesucht werden Initiativen zu allen Facetten des Wissensmanagements, vor allem mit Blick auf das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation. Der Kandidat sollte belegen, dass sich sein Projekt praktisch bewährt und den Erfolg der Firma gesteigert hat. Bewerben können sich Chefs von Firmen aller Branchen und Größen. Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Was zu gewinnen ist
  • Der Preis ist mit 30 000 Euro dotiert und wird in drei Größenklassen vergeben (Unternehmen bis 100 Mitarbeiter, bis 500 und darüber; Änderung vorbehalten). Das Preisgeld fließt im Namen der Sieger, über die impulse ausführlich berichtet, in ein einschlägiges Projekt, etwa aus dem Forschungs- oder Weiterbildungsbereich. Die festliche Preisverleihung findet Anfang 2007 in Berlin statt.
  • Wer die Sieger kürt
  • Die Jury: Ludwig Georg Braun (Präsident des DIHK), Bernhard Kallup (Vorstandsvorsitzender der Sedus Stoll AG), Martin Blessing (Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG), Professor Klaus North (FH Wiesbaden), Professor Rudi Studer (TU Karlsruhe), Klaus Schweinsberg (impulse-Chefredakteur) sowie Matthias Wittstock (Bundeswirtschaftsministerium).
  • Wie Sie sich bewerben
  • Die Teilnehmer füllen einen sechsseitigen Fragebogen aus. Hier finden Sie den Vordruck des Teilnahmeformulars. Einsendeschluss für Ihre Bewerbungsunterlagen: 31. Juli 2006.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 04/2006, Seite 96, nachlesen.

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