Diverses Gewerbesteuer muss weg

Die Stiftung Marktwirtschaft in Berlin lässt renommierte Fachleute Blaupausen für eine große Steuerreform ausarbeiten. Jetzt liegen erste konkrete Vorschläge vor. CDU und CSU wollen sie in ihre Steuerpolitik einfließen lassen.

Gewerbesteuer abschaffen, Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer verbreitern und möglichst einheitliche Steuerregeln für Unternehmen installieren – dies sind im Kern die Vorschläge der Experten. „So vereinfachen wir das Steuerrecht und senken die Unternehmensteuern“, erklärt Joachim Lang.

Der Kölner Steuerprofessor leitet die Kommission „Steuergesetzbuch“, die unter dem Dach der Stiftung Marktwirtschaft an einem Gesamtkonzept für ein neues Steuersystem arbeitet. Die Ausgangslage: Kapitalgesellschaften wie AG und GmbH zahlen 25 Prozent Körperschaftsteuer plus etwa 14 Prozent Gewerbesteuer – die höchsten Sätze in Europa. Die Experten schlagen deshalb vor, die Gewerbesteuer zu streichen.

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Damit Städte und Gemeinden zu ihrem Geld kommen, soll es eine Bürgersteuer geben. Prinzip: Die Kommunen erhalten weiterhin 15 Prozent der Einkommensteuer. Sie können ihre Einnahmen jedoch durch Zuschläge erhöhen (Hebesatzprinzip). Außerdem sollen die Firmen eine kommunale Unternehmensteuer überweisen. Sie beträgt für alle sechs Prozent des Gewinns, der nach Regeln für Kapitalgesellschaften ermittelt wird. AGs und GmbHs hätten für Gewinne somit nur noch 31 Prozent zu zahlen statt wie bisher 39 Prozent.

Professor Lang: „Das macht den Standort Deutschland ein gutes Stück wettbewerbsfähiger. Außerdem wird die GmbH für viele Mittelständler attraktiver.“ Für Einzelfirmen und Personengesellschaften sollen künftig weitgehend die Steuerregeln der Kapitalgesellschaften gelten. Details sind noch zu klären. „Keiner wird aber mehr zahlen müssen als bisher“, versichert Professor Michael Eilfort von der Stiftung Marktwirtschaft.

Weitere Meldungen aus dem Steuer-Magazin können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 60, nachlesen.

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