Diverses Go West – warum wir langfristig die Dummen sind

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Die Finanzkrise hat ein neues Opfer gefordert: Die größte US-Sparkasse Washington Mutual ist zusammengebrochen. Und die Folgen wird auch die deutsche Wirtschaft spüren, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer. Danach sind hierzulande viele Arbeitspätze in Gefahr - vor allem im Mittelstand.

Niemand weiß, welche Folgen die dramatische Pleite der amerikanischen Sparkasse Washington Mutual, die größte Bankenpleite der US-Geschichte, noch haben wird. Auf jeden Fall wird sie die Panik an den weltweiten Börsenplätzen weiter verschärfen. Erst recht, nach dem spektakulären Aus für Bush´s 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket, das gestern im Wahlkampfgetöse der US-Hauptstadt unterging. Allzu viel Mitgefühl und gute Wünsche sollten wir allerdings nicht über den Atlantik schicken – denn langfristig werden wohl wir einen Großteil der Zeche zahlen müssen. Nicht mit Geld, sondern mit Arbeitsplätzen.

Kennen Sie einen international agierenden Mittelständler, der seine Geschäfte in den nächsten Jahren gegen Währungsrisiken im Dollarraum erfolgreich abgesichert hat? Es darf gelacht werden. Wie soll so eine Hedging-Lösung denn aussehen – wenn sich die Fundamentaldaten tatsächlich täglich fundamental ändern? Weil das Währungs-Hedging in Sachen US-Dollar an Russisch-Roulette erinnert, werden wir künftig eine andere Lösung, eine für Deutschland schmerzhafte, präsentiert bekommen: es werden noch mehr Firmen abwandern. Natürliches Hedging wird das genannt, und Unternehmen wie BMW machen es bereits vor, indem sie immer mehr Produktionskapazitäten gleich in die USA verlegen, um Währungsrisiken auszuschalten. Traurig aber wahr, selbst wenn wir an der Krise (weitgehend) unschuldig sind, langfristig sind wir doch die Dummen. Es sei denn, der Dollar verliert seine Dominanz weltweit – das wäre für die USA allerdings eine Pleite von historischem Ausmaß.

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