Diverses Gold für die Konjunktur

Mit dem gerade beschlossenen Konjunkturpaket erreicht die Neuverschuldung in Deutschland einen Rekordstand. Deshalb will so mancher Haushaltspolitiker jetzt die staatlichen Goldreserven anzapfen. Ein guter Vorschlag, findet impulse-Redakteur Holger Externbrink.

Der Bundeshaushalt ächzt unter den neuen Belastungen der Konjunkturpakete. 50 Milliarden Euro stellt die Regierung im zweiten Konjunkturpaket bereit. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück muss soviel neue Schulden wie kaum ein Finanzminister vor ihm. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts kann er auf Jahre hinaus abschreiben. Doch es gibt es Lösung: Der CDU Haushaltsexperte Steffen Kampeter schlägt vor, die Gold- und Devisenreserven der Bundesbank zu nutzen, um die Schuldenaufnahme zu refinanzieren. Gute Idee.

In den Kellern der Bundesbank lagern immerhin 3412 Tonnen Gold. Der aktuelle Marktwert des Edelmetalls beträgt über 70 Milliarden Euro. Genug, um mindestens ein Konjunkturpaket zu refinanzieren. Und schließlich sind die Reserven der Notenbank für Krisenzeiten gedacht. Also, wann sollen sie sonst eingesetzt werden, wenn nicht jetzt?

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Nach allen ökonomischen Kriterien befinden wir uns in einer sehr handfesten Krise. Die Notenbanker wenden ein, dass die Reserven dazu da seien, den Euro im Notfall zu stützen. Die Frage ist indes, ob nicht eine gut laufende Konjunktur eine deutliche bessere Stütze für den Eurokurs ist? Recht haben die Bankiers der Bundesbank mit dem Argument, dass die Reserven nach dem Verkauf verloren seien. Doch was spricht dagegen, die Keller wieder mit dem Notenbankgewinn aufzufüllen, sobald die Krise vorüber ist? Allemal schwieriger wird sich die Regierung tun, die neuen Schulden zu tilgen.

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