Diverses Grabfunde und Tempelschätze

Mit der Ausstellung "Xi'an - Kaiserliche Macht im Jenseits" präsentiert die Bundeskunsthalle Bonn vom 21. April bis 23. Juli 2006 neue archäologische Funde aus der Gräberlandschaft um Chinas alte Hauptstadt. Die prunkvollen Kunstgegenstände stammen aus Grabanlagen und Tempelschätzen des Kaiserhauses und adeliger Familien. Eine digitale Rekonstruktion erlaubt zudem einen virtuellen Blick in bislang ungeöffnete Grabkammern.

Die würdevolle Bestattung Verstorbener wird praktiziert, seit es den Homo Sapiens gibt. Schon sehr früh wurde die Beisetzungszeremonie von Eliten benutzt, um ihre gehobene gesellschaftliche Stellung zu demonstrieren. So dienten die prunkvollen Grabanlagen auch dem
Einflussgewinn, Machterhalt und letztlich der Stabilisierung von Gesellschaftssystemen.

Im alten China besaß der Bestattungskult einen besonders hohen Stellenwert. Nur wenige frühe Gesellschaften kennen so ausgedehnte und mit enormem Aufwand errichtete Grabanlagen. Die Ausstellung „Xi’an – Kaiserliche Macht im Jenseits“ stellt die Entwicklung des
chinesischen Grabkults anhand kaiserlicher und adeliger Gräber des 3. vorchristlichen bis 9. nachchristlichen Jahrhunderts vor.

Anzeige

Es wird anschaulich, wie im Laufe der Jahrhunderte – allerdings nicht in kontinuierlichen Abstraktionsschritten – reale Tier- und Menschenopfer durch Nachbildungen
ersetzt wurden.

Nachdem der Erste Kaiser im 3. Jahrhundert v. Chr. sich den unvorstellbaren Luxus
geleistet hatte, sein Reich unterirdisch zum Teil in Lebensgröße zu spiegeln, war späteren Generationen schon aus wirtschaftlichen Gründen geboten, dem Ahnenkult in kleinerem Umfang genüge zu tun.

Eine zentrale Rolle im Wandel des Grabkultes spielte ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. auch der Buddhismus, dessen transzendente Jenseitsvorstellungen nicht nur eine religiöse Alternative zur chinesischen Tradition boten, sondern indirekt auch die Ökonomisierung der Bestattungsbräuche förderten.

Die Bundeskunsthalle zeigt diese Schau anlässlich der bereits seit mehr als 15 Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung großzügig geförderten Kooperation zwischen Deutschland und China im Bereich des Kulturgüterschutzes. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit
dem Amt für Kulturgüterschutz der Provinz Shaanxi, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Münchensowie dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz und steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan.

Ausstellungsdauer:

21. April 2006 bis 23. Juli 2006

Öffnungszeiten:

Montags geschlossen

Dienstag/Mittwoch von 10 bis 21 Uhr

Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr

www.bundeskunsthalle.de

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...