Diverses Gratis-SMS als Entschuldigung

Millionen T-Mobile-Nutzer konnten für Stunden nicht telefonieren. Die Telekom spricht von der größten Störung ihrer Geschichte - und entschuldigt sich bei den Kunden: mit einer Gratis-SMS.

Die Kunden könnten am kommenden Sonntag eine Standard-Kurzmitteilung
kostenlos in alle Netze verschicken, kündigte T-Mobile-Deutschlandchef Georg Pölzl am Mittwoch an. „Wir bedauern diesen Vorfall und entschuldigen uns bei unseren Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, sagte Pölzl. Die Ursachen würden genau
analysiert.

Eine Störung in dieser Größenordnung habe es bei der Telekom bislang nicht gegeben, sagte ein Sprecher. Wie viele der knapp 40 Millionen Kunden von T-Mobile von der Störung betroffen waren, stand am Mittwochmittag noch immer nicht fest. Es seien allerdings nicht alle Kunden gewesen.

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Bei dem Thema Schadensersatz zeigt sich das Unternehmen knauserig. „Unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen schließen solche Forderungen aus“, sagte der Sprecher. Einzelfälle wolle man jedoch prüfen. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, forderte jedoch eine schnelle und unbürokratische Entschädigung. “ Alle 39 Millionen Kunden können erwarten, dass sie mit der nächsten Monatsrechnung eine angemessene Gutschrift erhalten.“ Von der Bundesnetzagentur hieß es, bei dem Ausfall handele es sich um Vertragsrecht und damit um Zivilrecht.

Ein Software-Fehler legte das Netz des größten deutschen Mobilfunkanbieters am Dienstagnachmittag weitgehend lahm. Die Ausfälle begannen kurz nach 16 Uhr – bis der Fehler lokalisiert war, dauerte es mehrere Stunden. Nach Angaben des Unternehmens funktionierte das Netz erst ab 21 Uhr wieder. „Wir bedauern diesen Vorfall und möchten uns bei unseren Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen“, sagte Günther Ottendorfer, Geschäftsführer Technik von T-Mobile Deutschland.

Betroffen waren weite Teile sowohl des Sprach- als auch des SMS-Dienstes. Das Problem sei bei den Servern mit dem sogenannten Home Location Register (HLR) lokalisiert worden, wo die Telefonnummern den einzelnen SIM-Karten zugeordnet werden, teilte die Telekom mit. „In der Tat waren die Server betroffen, die das Gedächtnis eines Mobilfunknetzes darstellen, die wissen, wo sich unsere Kunden aufhalten, und so erst mobiles Telefonieren möglich machen“, sagte ein Sprecher. Noch lägen aber keine abschließenden Erkenntnisse vor.

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