Diverses Grenzenlose Schnüffelei

Deutsche Finanzbeamte dür­fen jetzt auch Auslandskonten in Europa unter die Lupe nehmen. Was das für Anleger bedeutet.

Die Anlageberater der Banken in der Schweiz und in Luxemburg frohlocken. Denn im Wettbewerb um großes Geld aus Deutschland haben sie neuerdings einen Konkurrenten weniger. Dafür sorgt ein brisantes EU-Protokoll zur gegenseitigen Rechtshilfe. Inhalt: Beim geringsten Verdacht auf Steuerhinterziehung laufen sofort grenzüberschreitende Kontenkontrollen an.

Betroffen sind etwa deutsche Anleger, die ihr Geld am Fiskus vorbei in Österreich parken. „Damit scheidet die Alpenrepublik als absolut sichere Fluchtburg für diskretes Kapital weitgehend aus“, weiß Karsten Randt, Steueranwalt bei der Kanzlei Flick Gocke Schaumburg in Bonn.

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Scharfe Kontrollen

Tatsächlich ziehen die Finanzbehörden europaweit das Kontrollnetz um Steuersünder immer enger. Bereits jetzt tauschen sie in 22 EU-Staaten Infos über Zinsgutschriften aus. Ausnahmen: Belgien, Luxemburg und Österreich ziehen stattdessen ein bisschen Quellensteuer ab. Ob deutsche Anleger ihre Kapitalerträge anschließend zu Hause regulär versteuern, interessiert die Nachbarstaaten bislang nicht. Mit dem EU-Protokoll im Rücken haben deutsche Finanzbeamte jetzt die Jagd auf genau diese Steuersünder eröffnet.

In Luxemburg werden sie freilich damit keinen Erfolg haben. Anders hingegen in Österreich. Dort steigt das Risiko für steuermüde Investoren. Experte Randt: „Wen das um den Schlaf bringt, macht per Selbstanzeige reinen Tisch“.

Vorreiter für umfassende Kontenkontrolle ist Deutschland. Seit April 2005 können Finanzbeamte elektronisch abfragen, wer in der Bundesrepublik bei welchen Banken Konten und Wertpapierdepots unterhält. Davon machen sie inzwischen schon reichlich Gebrauch. Tendenz weiter steigend.

Noch in diesem Jahr soll die Software beim federführenden Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht in der Lage sein, bis zu 5000 Anfragen pro Tag zu bewältigen – die Daten von rund einer Million Anlegern im Jahr. Ähnliches schwebt den Kontenjägern europaweit vor.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 05/2006, Seite 114, nachlesen.

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