Diverses Groteske um Forschungsinstitut

Das renommierte Kieler Institut für Weltwirtschaft ist seit April ohne Chef. Jetzt gerät die Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen Wirtschaftsweisen Horst Siebert außer Kontrolle.

Wunschkandidat Jürgen von Hagen habe am Wochenende eine Absage nach Kiel geschickt, meldet die Financial Times Deutschland. Zuvor galt der Bonner Geldpolitik-Experte wochenlang als sicherer Nachfolger. Er selbst hatte dies auch nie entkräftet. Nachdem bereits ein anderer profilierter Ökonom den Job in Kiel abgesagt hatte, ist die prominente Forschungsstätte seit Anfang April führungslos.

Eigentlich ein begehrter Posten: Das Kieler Institut für Weltwirtschaft ist eine der renommiertesten deutschen Denkfabriken. Es gehört zu den sechs Einrichtungen, welche die vielbeachteten Frühjahrs- bzw. Herbstgutachten zur konjunkturellen Entwicklung erstellen.

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Doch schon im Dezember hatte der ursprüngliche Wunschkandidat, der Mannheimer Ökonom Martin Hellwig, den Kielern einen Korb gegeben. Grund damals: Streit um die finanzielle Ausstattung. Begründung von Hagen heute: Nicht genügend Zeit für Forschung.

Als verbliebener Kandidat für die Besetzung des Präsidentenstuhls an der Ostsee gilt jetzt der Berliner Michael Burda. Der gebürtige Amerikaner hatte allerdings bereits abgelehnt Siebert im Sachverständigenrat zu beerben. Ebenfalls mit der Begründung, dann habe er nicht mehr genug Zeit zu forschen. Eine Zusage in Kiel scheint daher fraglich. Und das Institut für Weltwirtschaft wird wohl noch eine Weile ohne Chef auskommen müssen.

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