Diverses Gute Geschäfte, weniger Steuern

Standortalternativen: Mit Top-Steuerkonditionen werben die zehn neuen EU-Mitglieder jetzt um deutsche Firmenchefs. Wo investieren richtig lohnt.

Horst Kuschetzki will mit seinem
Unternehmen immer
schneller wachsen als der Markt. Einen
wichtigen Beitrag dazu soll das
Engagement in Osteuropa leisten:
»Wir werden unsere Fertigungskapazitäten
vor allem in Tschechien und
der Slowakei ausbauen und im Entwicklungszentrum
die Mitarbeiterzahl
verdreifachen«, sagt der Chef und
Mitinhaber des Automobil-Zulieferers
Edscha in Remscheid. Der Betrieb
fertigt Scharnier- und Dachsysteme
weltweit: mit rund 7000 Mitarbeitern
an 24 Standorten.

Firmenchef Kuschetzki gehört mit
zur Vorhut von zwei neuen Auswanderungswellen
deutscher Unternehmer,
die mit der EU-Osterweiterung
an Schwung gewinnen. Die einen zieht
es in die neuen EU-Staaten. Denn dort
finden sie, was sie hier schmerzlich
vermissen: erstklassige Wachstumschancen,
hoch qualifizierte und flexible
Mitarbeiter, niedrige Löhne und
beste Steuerkonditionen. Die anderen
wandern in alte EU-Mitgliedsstaaten
wie Österreich ab. Weil die – im Gegensatz
zu Deutschland – sich frühzeitig
auf die Osterweiterung vorbereitet haben und die Steuersätze
für Unternehmen drastisch senken.
Österreichs Finanzminister Karl-
Heinz Grasser im impulse-Interview:
»Wir senken die Steuer ab 2005 auf effektiv
21 Prozent. Dann sind wir zum
Beispiel auch gegenüber Slowenien
wettbewerbsfähig.«

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In der Tat: Vor allem durch Tochtergesellschaften
in den neuen EU-Beitrittsländern
profitieren deutsche
Firmenchefs kräftig von dem gewaltigen
Steuergefälle zwischen West und
Ost. Statt 36 Prozent zahlen sie für
ihre Dependancen etwa in Litauen nur
15,4 Prozent oder in Estland 24,6 Prozent
Steuern. Was in Ost- und Südosteuropa
an Gewinnen anfällt, kostet im
Schnitt nur 23 Prozent Steuern.

Clevere Firmenchefs sorgen also dafür,
dass ihre Überschüsse im Osten
bleiben. Mit Verrechnungspreisen geschickt
jonglieren heißt der entscheidende
Dreh. Indem etwa die Muttergesellschaft
preisgünstig Waren und
Leistungen an Vertriebsfirmen in
Warschau, Vilnus oder Tallinn liefert.
Oder dort teuer Know-how oder Service
einkauft.

Noch freundlicher wird die Steuerrechnung
durch Extra-Vorteile für
Unternehmer. So können Erträge aus
Neuinvestitionen etwa in Tschechien
oder der Slowakei bis zu zehn Jahre
komplett von der Steuer befreit werden.
Andere Länder belohnen Betriebe,
die auf Forschung und Entwicklung
setzen, mit doppeltem Betriebsausgabenabzug

Durch den Beitritt zur EU erhalten
Investoren on top reichlich Fördermittel
aus Brüssel. Fast 25 Milliarden
Euro fließen bis 2006 in Fördermittel
und Strukturfonds. »Erfahrungsgemäß
können private Firmen
etwa die Hälfte dieser Mittel abgreifen
«, weiß Karen Hensley-Chelstowska,
Steuerberaterin in Warschau.

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