Diverses Gute Zahlen, schlechte Aussichten

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer© Florian Schwinge

Zahlen vom Arbeitsmarkt verbreiten derzeit nichts als Euphorie - es ist von Entspannung die Rede, vom Aufschwung oder vom Jobwunder. Zu Recht, sagt impulse-Redakteur Reinhard Klimasch mit Blick auf die aktuellen Zahlen. Demnach gibt es 3,16 Millionen Arbeitslose - 132.000 weniger als vor einem Monat und 528.000 weniger als vor einem Jahr. Sein Kommentar zeigt aber auch: Wie leicht wir alles verspielen können.

Von einem Ende des Aufschwungs ist am Arbeitsmarkt nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die Nachfrage der Firmen nach guten Mitarbeitern ist unverändert hoch. Im Herbst dürfte die Zahl der registrierten Arbeitslosen unter drei Millionen liegen. Sie wäre dann in nur zwei Jahren um 40 Prozent gesunken. Wir erleben ein kleines Jobwunder.

Das verdanken wir im Wesentlichen den mittelständischen Arbeitgebern. Die haben in den vergangenen drei Jahren 1,6 Millionen neuer Jobs geschaffen – 1.400 pro Tag. Die starken exportorientierten Branchen zum Beispiel erweitern Produktion und Beschäftigung in einem Tempo, das viele nicht für möglich gehalten hätten. Unterdessen trüben sich die Aussichten ein. Die Entwicklung von Ölpreis und Euro dürften dafür sorgen, dass der Aufschwung am Arbeitmarkt an Dynamik verliert. Ein Ende des Jobbooms käme in Sicht, falls sich Berlin in dieser Situation noch weiter von den Reformen der Agenda 2010 verabschiedet und neue Mindestlöhne einführt. Zudem hat die Arbeitsmarktpolitik versäumt, die Programme in guten Jahren zu stutzen, um Geld für schwierige Zeiten beiseite zu legen. Wir sind dabei, das Erreichte aufs Spiel zu setzen

Anzeige

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...