Diverses Handel bleibt bei Nein zu „Anti-Teuro-Gipfel“

Trotz eines neuen Gesprächsangebots von Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) lehnt der Handel eine Rückkehr zum "Anti-Teuro-Gipfel" zu den derzeitigen Bedingungen ab. Man werde sich nicht an einer "Hetzjagd auf vermeintliche schwarze Schafe" beteiligen.

Trotz eines neuen Gesprächsangebots von Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) lehnt der Handel eine Rückkehr zum „Anti-Teuro-Gipfel“ zu den derzeitigen Bedingungen ab. Man werde sich nicht an einer „Hetzjagd auf vermeintliche schwarze Schafe“ beteiligen, sagte der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, am Mittwoch in Berlin auf dpa-Anfrage. Die Vertreter von Handel, Gastronomie und
Handwerk hatten das Bündnis von Politik und Wirtschaft aufgekündigt;
damit protestierten sie gegen die Veröffentlichung der Namen von
vermeintlichen Preistreibern im Internet.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Kanzlerkandidat
Edmund Stoiber (CSU) beklagten unterdessen ungerechtfertigte
Preiserhöhungen bei der Euro-Umstellung. Beide sagten beim Interview-
Duell in der „Bild“-Zeitung (Mittwoch), eine gesetzlich angeordnete
doppelte Auszeichnungspflicht in Mark und Euro wäre möglicherweise
effektiver gegen Preistreiber gewesen als die Selbstverpflichtung der
Wirtschaft, die Euro-Umstellung zu Jahresbeginn nicht zu verdeckten
Preiserhöhungen zu nutzen.

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HDE-Sprecher Pellengahr sagte, Voraussetzung für weitere Gespräche
im Rahmen des „Anti-Teuro-Gipfels“ sei die Abschaffung des Internet-
„Prangers“. Das vom Ministerium geförderte Internet-Forum zu
Preissteigerungen bei der Euro-Bargeldeinführung war am Dienstag
gestartet. Trotz des Widerstands der Wirtschaft können auf der
Internet-Seite Firmen- und Produktnamen veröffentlicht werden. Künast
verteidigte die Namensnennung. Die Verbraucher müssten die
Möglichkeit zu Reklamationen haben, dabei gehe es nicht um einen
Pranger.

In der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) erneuerte die Ministerin ihr
Gesprächsangebot an die Wirtschaft. „Die Verbände sind weiterhin
eingeladen, an den Tisch zurückzukehren. Die Tür steht immer offen.“
Ohne Gastronomie, Handel und Handwerk sollte am Mittwochnachmittag im
Ministerium ein weiteres „Anti-Teuro-Treffen“ stattfinden. Zu dem
Treffen auf Arbeitsebene wurden nun nur noch Vertreter der
Verbraucherzentralen und der Gewerkschaft erwartet. Eine
anschließende Unterrichtung der Medien war nicht vorgesehen.
dpa

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