Diverses Handwerk: Weniger Urlaub

Die Forderung von Otto Kentzler, Präsident des ZDH und der Handwerkskammer Dortmund, Arbeitnehmer sollten zur Senkung der Arbeitskosten Krankheitstage mit Urlaubstagen verrechnen, findet im eigenen Lager nicht überall Zustimmung. Das zeigt eine impulse-Umfrage unter den weiteren 54 Präsidenten der deutschen Handwerkskammern (HWK).

Ergebnis: Neun Kammerchefs votierten gegen den Kentzler-Vorschlag, 19 unterstützen ihn. 26 der befragten HWK-Präsidenten wollten sich nicht äußern. Häufigster Grund: man möchte neutral bleiben in dieser Debatte.

In einem Punkt aber sind sich alle Kammerchefs einig: „Die Lohnnebenkosten sind viel zu hoch. Deshalb war es richtig von Kentzler, diese Diskus­sion anzustoßen“, bestätigt Wolfgang Schulhoff, Präsident der HWK Düsseldorf. „Wir haben so viel Urlaub wie kein anderes Land in Europa. Klar ist deshalb: Die hohen Bruttoarbeitskosten müssen runter, um europaweit wettbewerbsfähig zu blei­ben.“

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Wird dieses Ziel nicht erreicht, warnt Gernot Schmidt, Präsident der HWK Lüneburg-Stade, seien durch solche Mehrkosten Arbeitsplätze gefährdet. Konkret fordern die meisten der Kammerchefs vor allem zwei Maßnahmen: Sonderurlaube wie etwa für einen Umzug sollten eingeschränkt werden. Und die Anzahl der Urlaubstage pro Jahr sollte generell um zwei Tage verkürzt werden.

Willy Hesse, Präsident der Handwerkskammer in Arnsberg, fordert: „Wenn es um die Senkung der Lohnnebenkosten geht, darf nichts tabu sein. Umso wichtiger aber ist es, dass wir zu diesem Thema eine sachliche Diskussion führen und einen Konsens suchen.“

Weitere Meldungen aus dem Politik-Magazin können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 30, nachlesen.

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