Diverses Handys als mobiles Büro

Business-Handys als Alleskönner

Business-Handys als Alleskönner

Für viele Unternehmer sind sie inzwischen unverzichtbare Arbeitsgeräte: internetfähige Handys oder Smartphones. Sie dienen nicht nur als E-Mail-Maschine für unterwegs, sie zeigen auch Adressen und Termine, kurzum: Sie ersetzen den Arbeitsplatz.

Ohne E-Mail geht im Geschäftsleben nichts mehr: Schätzungen zufolge nutzen weltweit mehr als 650 Millionen mobile Manager E-Mails auch unterwegs – Tendenz steigend. Bei den Kommunikationsallroundern gehören Adress-, Kalender- und Telefonfunktionen zum Standard, die sich auch problemlos mit Outlook-Daten auf dem PC synchronisieren lassen.

Ebenfalls Standard ist ein üppig bemessener Speicher. Dies funktioniert kabellos via Bluetooth oder einer USB-Dockingstation. Dank integriertem Mailprogramm lassen sich unterwegs E-Mails komfortabel abrufen, senden und bearbeiten.

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Die erste echte Kombination aus Handy und Organizer, den Communicator 9000, stellte Nokia 1996 vor. Das Kombimodell war sowohl Handy als auch vollwertiger Organizer in einem Gehäuse, das zugegebenermaßen mit einem Gewicht von 400 Gramm noch recht klobig und mit rund 1.500 Euro teuer daherkam.

Der BlackBerry des Herstellers Research in Motion (RIM) gilt als Managers Liebling. Er ähnelt im Gegensatz zum Communicator eher einem Handy, lehnt sich beim Design aber an den PDAs (Personal Digital Assistants) an.

Unterhalb des TFT-Farbdisplays befindet sich eine vollständige Schreibmaschinentastatur. Es richtet sich an intensive E-Mail-Nutzer: Der BlackBerry ist immer online, eingehende Mails werden über einen E-Mail-Push-Service ohne Zeitverlust auf den BlackBerry übertragen, so wie der Nutzer es von seinem Bürorechner gewohnt ist.

Unbedingte Voraussetzung für die effiziente Arbeit unterwegs sind stabil funktionierende Telefon- und Datenverbindungen. Trotz der Werbeversprechen vieler Anbieter haperte es jedoch in den vergangenen Jahren häufig an der Empfangsqualität. „Jahrelang haben technische Kinderkrankheiten in der Netzabdeckung und zu geringe Übertragungsraten die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens eingeschränkt“, bedauert Oliver Steil, Marketing- und Vertriebsvorstand des Stuttgarter Telekommunikationsanbieters Debitel.

Doch in Zeiten, in denen nahezu jeder Bundesbürger ein Handy in der Tasche hat, sehen die Mobilfunkfirmen ihre Zukunftschance nun in der zunehmenden Datenkommunikation. Die Folge: Die Gesellschaften installieren derzeit zu stark sinkenden Preisen Bandbreiten für den Datenfunk von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde. Damit können mobile Manager ähnlich schnell auf den Firmen-Server zugreifen wie vom Büro aus.

Gerade haben die Anbieter ein neues Produkt in die Läden gebracht, welches die Nutzung der Kombination Mobiltelefon/ Laptop komfortabler macht. „Bisher war es einfach zu kompliziert, das Handy manuell als Datenmodem am PC einzurichten“, sagt Steil. Das Problem wird nun mit neuen Adaptern für den USB-Anschluss gelöst: Sie konfigurieren sich selbst, sobald ein Handy-Chip eingelegt wird. Und im nächsten Schritt werden wohl der Mobilfunk und die kabellose WLan- Netztechnik auch im Handy verschmelzen. Der Vorteil: Sobald ein Internetzugang in der Nähe funkt, dürften dank der neuen Gerätegeneration die Kosten für das mobile Surfen sinken.

Vertrautes Bild

Neben den technischen haben sich in den vergangenen Jahren aber auch kulturelle Spannungen aufgelöst: „Mobilität und ständige Datenverfügbarkeit werden in Zukunft für alle selbstverständlich sein“, glaubt Debitel-Vorstand Steil. Im Café den Laptop aufzuklappen erregt nur noch selten Ärger. Wer öffentlich telefoniert, kann auf Verständnis bauen, da die Deutschen privat mehr Handy- als Festnetzanschlüsse nutzen.

In Walthers Kelterei gehört die moderne Technik mittlerweile zum Alltagswerkzeug der Belegschaft – nicht zuletzt, weil die Chefin sich dafür besonders aufgeschlossen zeigt. „Bei uns melden sich die Mitarbeiter sogar per E-Mail krank“, sagt die Geschäftsführerin. „So weiß ich unterwegs immer Bescheid und kann persönlich meine Genesungswünsche zurückschicken.“

Doch während die Technik meistens funktioniert und akzeptiert wird, bleiben zwei Barrieren: So verbietet erstens der rechtliche Rahmen den Handy-Gebrauch in Flugzeugen, eigene Funknetze haben sich in Jumbos bisher nicht durchgesetzt. Und wer sich zweitens allzu weit von der Zivilisation entfernt, gerät schnell an seine Grenzen, wie auch Kelterei-Chefin Walther weiß. So hat sie beim Skiurlaub in einem Bergdorf schon mal der Funkempfang verlassen: „Aber abends nach der letzten Abfahrt schau ich auch im Urlaub schnell im Büro vorbei“, sagt sie. Per Laptop kein Problem – und für den findet sie immer noch einen Platz im Gepäck.

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