Diverses Hartz IV für Zetsche & Co?

Bittet um finanzielle Unterstützung: Daimler-Chef Dieter Zetsche

Bittet um finanzielle Unterstützung: Daimler-Chef Dieter Zetsche© dpa

Für die Entwicklung umweltfreundlicher Fahrzeuge stellt die EU-Kommission Europas Autokonzernen Milliardenhilfen in Aussicht. Nach den Banken also auch die Autobauer. Wieder steht der Staat für Fehler einer Branche gerade, ärgert sich impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer - und fordert eine härtere Gangart.

Was für eine Meldung, bei all den Hiobsbotschaften: Mit weniger als drei Millionen liegt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr. Die gute Nachricht aus Nürnberg sollten sich alle ausdrucken und an die Bürowand heften. Stimmungsmacher werden in diesem Herbst mindestens so dringend gebraucht wie Ingenieure oder Banker, auf die man sich verlassen kann.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich so robust, wie es wohl kaum einer ernsthaft erwartet hätte. Und was lernen wir daraus? „Fördern und fordern“ lautete das Leitmotiv der Hartz-Reformen, die Kanzler Schröder und sein Wirtschaftsminister Clement vor Jahren anstießen. Der Erfolg zeigt sich heute. Doch nicht nur bei Arbeitslosen sollte der Grundsatz gelten, sondern generell, wenn der Staat Geld lockermacht. Bei der Bankenkrise wird es praktiziert: wer Stütze braucht, muss harte Regeln akzeptieren.

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Fragt man sich nur, warum ausgerechnet für die Automobilbauer andere Vorgaben gelten sollen: Weil die Branche die wichtigsten Trends in den vergangenen Jahren schlicht verschlafen hat, soll der Staat jetzt helfen? Schon heißt es, „wir bauen nur umweltfreundliche Autos, wenn die Politik dafür zahlt“ – das kann es nicht sein. Auch die Autobauer müssen lernen, was jeder Mittelständler längst weiß: Es gibt keine Geschenke und Sonderbehandlungen mehr. Wer den Markt enttäuscht, wird abgestraft.

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