Diverses Herausforderer in der Luxusklasse

Sie soll die erfolgreichste Serie aller Zeiten werden: An die fünfte Generation der 7er-Baureihe knüpft der Autobauer BMW große Erwartungen. Mit dem seit 1977 gefertigten Top-Modell sollen vor allem neue Absatzmärkte erschlossen werden, kündigte der Konzern bei der Präsentation in Dresden an. Wie gut das Auto wirklich ist - impulse ist bereits Probe gefahren.

Der neue 7er-BMW wird seinen Hauptmitbewerbern aus Stuttgart und Ingolstadt das Leben schwer machen. Das Zeug dazu hat er, zeigt der impulse-Test .

Erster Eindruck: Schicker als der Vorgänger

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Der neue 7er-BMW hat an Statur gewonnen: Sowohl beim Design als auch beim Antrieb. Das Heck ist durch den Wegfall des Bürzels eindeutig eleganter geworden, die Front durch die größere Niere beeindruckender. Die optische Behäbigkeit des umstrittenen, aber dennoch erfolgreichen Vorgängers gehört der Vergangenheit an. Trotz seiner Größe wirkt die Limousine kompakt. Die mittlerweile fünfte Generation des 7er-BMWs hat es geschafft, wieder Anschluss zu finden an die schon beinahe zeitlose Schönheit der intern E 38 genannten und von 1994 bis 2001 gebauten dritten Reihe.

Fahrgefühl: sportlich, dynamisch, bequem

Reinsetzen, Starterknopf drücken und entriegeln, Gang-Wählhebel – endlich wieder in der Mittelkonsole platziert – auf D stellen, Gas geben und los: Der Drei-Liter-Sechszylinder-Diesel im 730d ist nicht als Selbstzünder zu identifizieren, so leise brabbelt er vor sich hin. Sein Bullen-Drehmoment von 540 Newtonmeter und 245 PS beschleunigen den 1,9 Tonner in 7,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 245 Kilometer pro Stunde.

Trotz Turboaufladung hängt der Motor gut am Gas. Die wahre Sensation ist allerdings der Verbrauch: Selbst bei Beschleunigungs- und Tempoorgien bei Testfahrten rund um Dresden blieb der Verbrauch unter acht Liter. Zum Vergleich: Der ebenfalls von impulse getestete 750Li mit 4,4 Liter Hubraum und 407 PS kam bei gleicher Fahrweise und ähnlicher Strecke auf einen doppelt so hohen Spritverbrauch. Einziger Unterschied: Der große Achtzylinder beschleunigt vehementer in 5,2 Sekunden von Null auf 100 und endet unfreiwillig wegen eingebautem Tempolimit bei 250 Stundenkilomtern.

Beide Testwagen sind auf dem Gebiet der Fahrdynamik auf gleich hohem Niveau. Sie lassen sich sportlich um Kurven aller Art dreschen, ohne dass es der Wagen übel nimmt. Motor, 6-Gang-Automatik-Getriebe und Fahrwerk mit Hinterradlenkung sind so perfekt aufeinander abgestimmt, dass der Pilot glaubt, in einen wesentlich kleineren und leichteren Wagen zu sitzen. Bei aller sportlichen Fortbewegung ist der Federungskomfort auf hohem Niveau. Kleines Manko: In der Fahrwerkseinstellung Comfort gibt es zwar Rückmeldung von den Straßenverhältnissen, aber die Karosserie schaukelt sich wie in einem US-Straßenkreuzer auf.

Innenraum: Sicherer Schick

Die Fahrgastzelle hat die Nüchternheit des Vorgängers hinter sich gelassen und bietet wieder was fürs Auge und für die Sinne. Materialien und Verarbeitung sind wie bei BMW üblich ohne Fehl und Tadel. Sitzbelüftung und Massagefunktion des Gestühls machen auch längere Strecken erträglich.

Der 750Li mit längerem Radstand bietet auf der Rückbank großzügigste Raumverhältnisse. Das Armaturenbrett mit größerem und auch bei Sonnenlicht gut lesbarem Display des weiter entwickelten iDrive-Systems sowie die Mittelkonsole sind wieder stark fahrerorientiert. Erstmals offeriert BMW den neuen 7er mit einem Head-Up-Display im Sichtbereich des Fahrers in der Frontscheibe. Das dient der Sicherheit, weil der Pilot alle wichtigen Infos – auch die Navigationshinweise – im Blickfeld hat und nicht abgelenkt ist. Der Controller, der i-Drive-Bedienknopf zur Steuerung des Entertainment-, Info- oder Navisystems sitzen wie gehabt griffgünstig auf der Mittelkonsole.

Preise ab: 69600 Euro.

Weitere Informationen unter www.bmw.de

Ziel: Im Ausland punkten

Täglich rund 300 Fahrzeuge will BMW von seiner neuen 7er-Baureihe fertigen – und damit neue Absatzmärkte erschließen. Konkrete Absatzziele für die 7er-Baureihe nannte der Konzern bisher nicht. Nur so viel: „Sie soll die erfolgreichste aller Zeiten werden.“

Größter Absatzmarkt des 7er-Vorgängermodells seien die USA mit knapp 37 Prozent und China mit rund 16 Prozent gewesen. Auf den deutschen Markt gingen 13 Prozent der Fahrzeuge. Von der Einführung des bisherigen Modells im Jahr 2001 an bis zum endgültigen Produktionsende in wenigen Monaten sollen 344.000 7er-Autos vom Fließband laufen. BMW hat in den ersten acht Monaten des Jahres mit seinen drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce bislang knapp eine Million Autos verkauft. Im Gesamtjahr wollen die Münchner den Rekordwert von gut 1,5 Millionen verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr nochmals übertreffen. Bis 2012 ist die Marke von 1,8 Millionen Fahrzeugen angepeilt.

Bildergalerie: der 750 Li

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