Diverses Herbie Hancock auf Tour: Alles in Buddha

Da da dammm damm damm. Da da dammm damm damm. Wie? Den Song kennen Sie nicht? Hören Sie mal genau hin: Da da dammm damm damm. Da da dammm damm damm. Immer noch keinen Verdacht? Jetzt aber: "Oooooooh Watermelon man". Wer dieses Intro einmal gehört hat, vergisst es nie wieder.

„Watermelon Man“ ist einer der bekanntesten Gassenhauer der Jazzgeschichte.

Angeblich wurde das Stück an einem heißen New Yorker Nachmittag komponiert als der Pianist Herbie Hancock mit seinen Kumpels in einem engen Zimmer jammte. „Es war unglaublich schwül, da fiel mir plötzlich dieser Singsang ein mit dem der Wassermelonenverkäufer in meiner Heimatstadt Chicago seine Runden drehte“, erzählte Hancock in einem Interview.

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Der mittlerweile siebzigjährige Musiker wurde aber nicht nur durch seine Ode an den Wassermelonenmann weltberühmt – er prägte die Entwicklung des Jazz entscheidend mit. Ab 17. November ist dieser legendäre Komponist, Arrangeur und vor allem mitreißende Pianist auf Deutschland-Tour.

Geboren in Chicago bekam der kleine Herbie schon als Siebenjähriger ein Klavier geschenkt – und übte bis ihm die Fingerkuppen bluteten. Als 11-Jähriger spielte er mit dem Chicago Symphony Orchestra Mozart. Dann konvertierte er von der Klassik zum Jazz: Er wurde Mitglied der legendären Miles Davis Band und komponierte den Soundtrack zu Antonionis Kinoklassiker „Blow Up“. Sein Album „Headhunters“ gehört zu den bestverkauften Jazzplatten aller Zeiten. „Cantaloupe Island“ sampelten sogar Rapper.

In den 70er ließ der experimentierfreudige Elektronikbastler von Fusionjazz über Rockjazz bis Disco, Funk und HipHop kaum etwas aus. Anfang der 80er landete er mit dem Video seines Scratch-Hits „Rock it“ in der Heavy-Rotation von MTV. Im Laufe seiner 50jährigen Karriere gewann Hancock 12 Grammys. Also – keine Angst. Zu seinen Konzerten kommen nicht nur fusselbärtige Gymnasiallehrer!

Berührungsängste kannte Hancock nie. In den späten 60ern komponierte er Werbejingles für Chevrolet, Standard Oil und Eastern Air Lines, in den 80ern spielte er sogar mit drittklassigen Discomusikern. Im letzten Jahr ging er mit dem chinesischen Klassikpianisten Lang Lang auf Tour. „Von Miles Davis habe ich gelernt“, erzählte er einmal, „neue Dinge auszuprobieren und dabei zu wachsen und zu lernen“.

Im Moment ist dieser begnadete Musiker, der seit 1968 mit einer deutschen Kunstsammlerin verheiratet ist, wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Die aktuelle Tour spielt er mit einer lupenreinen Jazzband. Den passenden Spruch zu seiner lebenslangen musikalischen Achterbahnfahrt können Sie sich dann bei Mr. Hancock persönlich abholen. Er behauptete: „Nichts ist sicher oder hält ewig. Es sei denn, man ist Buddhist, wie ich.“

Und was wird er ganz bestimmt spielen? Klar – Da da damm damm damm, Da da damm damm damm! Ooooooo ………..

Infos: Herbie Hancock

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