Diverses Hochwasser: Fiskus hilft Unternehmern

Die Finanzminister von Bund und Ländern greifen hochwassergeschädigten Unternehmern mit umfangreichen steuerlichen Maßnahmen unter die Arme. impulse.de nennt die wichtigsten Einzelheiten.

Die Jahrhundertflut hat vielen Unternehmern die Existenz zerstört. Andere müssen sich mit beträchtlichen Schäden herumplagen. Die Finanzminister von Bund und Ländern haben reagiert und greifen Hochwasseropfern mit umfangreichen Sofortmaßnahmen unter die Arme. impulse.de nennt die wichtigsten Einzelheiten:

Steuerpause

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Unmittelbar Betroffene können ab sofort einen Antrag auf Stundung der bis zum 31. Dezember fälligen Steuern stellen. Eine Angabe der Schadenssumme ist nicht erforderlich. Die Finanzbeamten zeigen sich kulant und verzichten auf Stundungszinsen.

Außerdem setzen die Finanzämter auf Antrag die Vorauszahlungen auf die Einkommen- und die Körperschaftsteuer herab. Unternehmer sollten deshalb rechtzeitig vor dem nächsten Steuertermin am 10. September die Zahlungen für das dritte und vierte Quartal reduzieren. Eine Herabsetzung auf Null ist möglich.

Wiederaufbau von Firmengebäuden

Wer ein zerstörtes Firmengebäude wiederaufbaut, darf neben der Normalabschreibung im Jahr der Fertigstellung und in den beiden folgenden Jahren zusätzlich 30 Prozent abschreiben. Reparaturen bis 45.000 Euro erkennen die Finanzämter sofort als Betriebsausgaben an.

Wer neue bewegliche Anlagegüter kauft – beispielsweise Computer, Firmenwagen – darf im Jahr des Kaufs und in den beiden Folgejahren bis zu 50 Prozent abschreiben.

Ist die Ersatzbeschaffung zu teuer, können Unternehmer eine Rücklage bilden. Die kann maximal 50 Prozent des Kaufpreises der Ersatzwirtschaftsgüter ausmachen. Die Gewinnminderung durch Rücklagen und Sonderabschreibung darf höchstens 600.000 Euro betragen und in keinem Jahr 200.000 Euro übersteigen.

Verlorene Buchführungsunterlagen

Sind unmittelbar durch das Unwetter Buchführungsunterlagen verloren gegangen, werden die Finanzämter den Unternehmern deswegen keine Probleme machen.

Unterstützung an Arbeitnehmer

Firmenchefs können unwettergeschädigten Mitarbeitern maximal 800 Euro steuerfrei auszahlen. Liegt der Betrag darüber, gehört er zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn beim Arbeitnehmer ein besonderer Notfall vorliegt.

Ausgaben für die Ersatzbeschaffung von Hausrat

Kosten für lebensnotwendige Gegenstände – beispielsweise Hausrat und Kleidung – erkennen die Finanzämter als außergewöhnliche Belastungen an. Arbeitnehmer können sich die entsprechenden Beträge auch als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

Den kompletten Maßnahmenkatalog sowie Ansprechpartner aus der Finanzverwaltung für die betroffenen Bundesländer finden Sie hier.

Informationen zu steuerlichen Hilfen für die Opfer der Regenfälle in Niedersachsen im Juli 2002 lesen Sie hier.

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