Diverses Hochwasserschäden: Fiskus hilft Unternehmern

Durch anhaltende Regenfälle sind am 17. und 18. Juli in Niedersachsen beträchtliche Schäden entstanden. Betroffenen Unternehmern greift der Fiskus jetzt mit einem aktuellen Erlass unter die Arme. Einzelheiten lesen Sie hier.

Durch anhaltende Regenfälle am 17. und 18. Juli ist es in Niedersachsen zu schweren Schäden gekommen. Auch viele Unternehmer zählen zu den Leidtragenden: Sie müssen sich infolge des Unwetters mit Gewinneinbußen, beschädigten Betriebsgebäuden und verschwundenen Buchführungsunterlagen herumplagen. Das Niedersächsische Finanzministerium hat reagiert und greift betroffenen Betrieben mit einem Erlass unter die Arme (Aktenzeichen: S 1915 – 58 – 33). Hier die wichtigsten Details:

Stundung

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Betroffene Unternehmer können bis zum 30. November 2002 einen Antrag auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern und einen Antrag auf Herabsetzung der Einkommensteuervorauszahlungen stellen. Dazu müssen sie die entstandenen Schäden nicht centgenau nachweisen. Außerdem sehen die Finanzämter bis zum 30. November 2002 von Vollstreckungsmaßnahmen bei allen rückständigen oder an diesem Datum fällig werdenden Steuern ab.

Sonderabschreibungen beim Wiederaufbau von Betriebsgebäuden

Wer ganz oder zum Teil zerstörte Betriebsgebäude wiederaufbaut, kann im Wirtschaftsjahr der Fertigstellung und in den beiden folgenden Wirtschaftsjahren von den Herstellungskosten eine Sonderabschreibung von bis zu 30 Prozent vornehmen.

Wer sich bewegliche Wirtschaftsgüter als Ersatz für verlorengegangene zulegt, kann im Jahr des Kaufs und in den beiden folgenden Wirtschaftsjahren Sonderabschreibungen von bis zu 50 Prozent des Kaufpreises geltend machen. In Ausnahmefällen lassen die Finanzämter für die Ersatzbeschaffungen sogar die Bildung einer Rücklage zu. Achtung: Die Gewinnminderung durch Sonderabschreibungen und Bildung von Rücklagen darf insgesamt höchstens 600.000 Euro betragen und in keinem Jahr die Grenze von 200.000 Euro übersteigen.

Verlust von Buchführungsunterlagen

Sind unmittelbar durch das Unwetter Buchführungsunterlagen oder sonstige Aufzeichnungen verloren gegangen, werden die Finanzbeamten den Unternehmen deswegen keine Probleme bereiten.

Unterstützung der Arbeitnehmer

Unterstützungen, die der Firmenchef an unwettergeschädigte Arbeitnehmer zahlt, sind steuerfrei, wenn sie insgesamt 800 Euro nicht übersteigen. Liegen die Beträge höher, sind sie steuerfrei, wenn bei dem betroffenen Arbeitnehmer ein besonderer Notfall vorliegt.

Den kompletten Erlass können Sie sich href=“/downloads/unternehmerbrief/Regenfaelle_Juli_2002_Reinschrift.rtf“>hier herunterladen

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