Diverses Hohes Steuerrisiko

Das Finanzamt will bei Firmenwagen abkassieren. Wie Sie gegenhalten.

Jetzt haben es die Finanzbeamten schwarz auf weiß: Sie dürfen bei der Steuer für Privatfahrten mit dem ­Firmen- oder Dienstwagen auf ihre „allgemeine Lebenserfahrung“ sowie den „Beweis des ersten Anscheins“ vertrauen. So entschied der Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VI R 19/05). Das Urteil bekräftigt die harte Linie der Finanzbehörden. Klar ist: Private Touren sind steuerpflichtig. Abzurechnen entweder pauschal nach der teuren Ein-Prozent-Methode oder per Fahrtenbuch. Das gilt für die Chef­limousine wie für die Autos der mitarbeitenden Familienange­hörigen oder leitenden Mitarbeiter.

Streit mit den Betriebsprüfern vom Finanzamt ist in zwei Fällen programmiert. Erstens: Zum Fuhrpark gehören Pkws oder Kleintransporter, mit denen bestimmte Mitarbeiter die Kunden, Lieferanten oder Filialen der Firma aufsuchen. Privatfahrten sind mit diesen Fahrzeugen verboten. So wie im Urteilsfall. Dennoch verlangte das Finanzamt vom Meister eines Handwerksbetriebs Steuer für Privat­fahrten. Denn eben nach der allgemeinen Lebenserfahrung spreche der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass Mitarbeiter das Auto auch privat fahren. Trotz aller Verbote.

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Heißt: Wer diese Art Strafsteuer vermeiden will, sollte ein Fahrtenbuch führen. Zweitens: Ärger mit dem Finanzamt gibt es auch, wenn für den Firmenchef zwei oder mehrere Pkws reserviert sind. Mit einem Wagen ist er geschäftlich und privat unterwegs, mit den anderen nur für die Firma. Ohne Fahrtenbücher verlangen die Beamten meist auch hier bei allen Autos Steuer für Privatreisen. Eine höchstrichterliche Entscheidung steht noch aus. Wer mit der Behörde im Clinch liegt, erhebt deshalb Einspruch und verweist auf das Verfahren mit Aktenzeichen IV B 108/06.

Weitere Artikel aus dem Ressort Steuern können Sie in der impulse-Ausgabe 02/2007, Seite 102, nachlesen.

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