Diverses „Ich erwarte keine Dankbarkeit“

Bundeskanzler Gerhard Schröder rechnet sich seine Reformarbeit und den Einsatz für die deutsche Wirtschaft hoch an. Ein impulse-Gespräch über Deutschlands Aufholjagd im globalen Wettbewerb, weitsichtiges Unternehmertum und die Parteilichkeit von Firmenchefs.

Welche Entscheidung würden Sie am liebsten wieder zurückdrehen?

In dieser Kategorie denke ich nicht. Politik empfinde ich als einen Prozess, der ständiges Verändern bei den Dingen erfordert, die sich als überholt und untauglich in der Praxis erweisen.

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Uns kommt ziemlich aktuell
eine in den Sinn: Sie hätten die Neuwahl-Entscheidung besser nicht getroffen. Bis zum Herbst 2006 hätte die in Umfragen darnieder liegende SPD mehr Zeit zur Entwicklung von Perspektiven gehabt. Und sie hätte von der steigenden Stimmung im Lande profitiert …

Erstens kann ich eine Perspektivlosigkeit meiner Partei nicht erkennen. Zweitens kann ich als Bundeskanzler nicht ausschließlich taktisch handeln. Ich finde es nach wie vor richtig und in deutschem Interesse, genau jetzt die Auseinandersetzung um den künftigen Kurs für das Land zu suchen – und die Bürger entscheiden zu lassen. Reformpolitik bekommt so neue Legitimation.

Aber wie wollen Sie die SPD in den wenigen Wochen noch über die 30-Prozent-Marke bei der Wählergunst bringen?

Ich werde kämpfen. Und ich setze da­rauf, dass die Bürger im Wahlkampf mehr und mehr die Leistungen meiner Regierung erkennen. Wir waren es, die für das Land außenpolitisches Selbstbewusstsein entwickelt haben ohne jeden Anflug von Arroganz. Und wir waren nach innen in der Lage, den Reformbedarf des Sozialstaats und des Arbeitsmarkts abzuarbeiten. Beides zusammen stimmt mich optimistisch für den Wahlausgang.

impulse: Herr Bundeskanzler, Sie stehen seit sieben Jahren einer rot-grünen Regierung vor. Wenn Sie zurückblicken: Was war Ihre wichtigste Ent­schei­dung?

Schröder: In der Innenpolitik war das ganz eindeutig die Agenda 2010. Dahinter steckt ein Reformwerk, das in der Geschichte der Bundesrepublik seinesgleichen sucht. Es begann mit den Entscheidungen im Frühjahr 2003. In diesem Winter haben wir das Begonnene weitergeführt. Leider hat die Opposi­tion die Gesetzesreife einiger Jobgipfel-Maßnahmen verhindert, vorläufig jedenfalls.

Das vollständige Interview können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2005, Seite 34, nachlesen.

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