Stephan Messers größter Fehler „Ich habe zu lange gewartet“

Stefan Messer, 55, geschäftsführender Gesellschafter der Messer Group, über das falsche Personal an der Unternehmensspitze.

Es war ein großer Fehler von mir, auf die von meinem Vater eingesetzten Mitglieder im Gesellschafterausschuss und Aufsichtsrat unseres Unternehmens zu vertrauen.

Messer Griesheim war von 1965 bis 2001 ein Gemeinschaftsunternehmen, es gehörte zu zwei Dritteln
der Hoechst AG, zu einem Drittel unserer Familie. Mein Vater, Hans Messer, leitete es bis 1992 erfolgreich. Sein Nachfolger war ein familienfremder Manager, der vorher das Messer-
Geschäft in den USA leitete. Mit einer hohen Selbstüberschätzung, betriebswirtschaftlichem Missmanagement bis hin zu kriminellen Handlungen führte er das Unternehmen in nur wenigen Jahren an den Rand des finanziellen Ruins.

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Dies alles passierte unter der Aufsicht des Vorstands der Hoechst AG sowie unter den von meinem Vater eingesetzten prominenten Familienbeiräten, die in ihrem Hauptjob als angestellte Topmanager in international tätigen Konzernen agierten. Sie behandelten mich und den Rest der Familie wie kleine, ahnungslose Kinder, statt auf meine warnenden Hinweise zu hören.

Zu lange habe ich gewartet, um diese Personen, die ihre eigene Agenda hatten und vor Eitelkeit und Borniertheit erstarrten, gegen erfahrene, der Familie zugewandte Berater auszutauschen. Im Jahr 2004 übernahmen wir alle Anteile an dem Unternehmen. Heute bin ich froh, dass wir mit Jürgen Heraeus einen erfolgreichen und anerkannten Familienunternehmer an der Spitze unseres Aufsichtsrats haben.


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