Martin Kinds größter Fehler „Ich hatte den Markt komplett falsch eingeschätzt“

Martin Kind, 66, Eigentümer und Geschäftsführer der Kind Gruppe, über den Irrtum, Fußball für ein Business wie jedes andere zu halten.

Dass ich mich auf schwieriges Terrain begebe, hatte ich ja geahnt. Doch die Leute, die mich 1997 überzeugten, Präsident von Hannover 96 zu werden, sagten, das sei alles nicht so schwierig. Man müsse einfach ein paar gute Entscheidungen treffen, dann stelle sich der Erfolg ein. Eine kindliche Vorstellung.

13 Jahre später muss ich selbstkritisch zugeben: Sportlich haben wir unsere Ziele zwar erreicht, wirtschaftlich bisher nicht. Mein Fehler war zu glauben, dass man im Fußball Entscheidungen mit unternehmerischer Vernunft treffen kann. Aber ich hatte den Markt komplett falsch eingeschätzt. Es gibt keinerlei Planungssicherheit, nach der Saison fängt man immer wieder bei null an. Und Fußball ist ein öffentliches Thema. Die Erwartungen sind hoch, ein Abstieg, wie wir ihn in der vergangenen Saison beinah ­erlebt hätten, wird von der Öffentlichkeit und der Presse nicht akzeptiert. Also wechselt man den Trainer, kauft neue Spieler und kann die Haushaltsplanung in den Papierkorb werfen.

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Letzte Saison haben wir 6 Mio. Euro Verlust gemacht. Sicher, unter wirtschaftlichen ­Gesichtspunkten kann man sein Geld sinn­voller anlegen. Doch ich will beweisen, dass Hannover 96 wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Und vielleicht komme ich mit einem blauen Auge davon. Aber nie wieder übernehme ich in einem Unternehmen Verantwortung, ohne den Markt, seine Probleme und Risiken vorher wirklich selbst beurteilen zu können.


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