Diverses „Ich kann so nicht arbeiten“

Kreativ, offen und flexibel: So wünschen sich Chefs ihre neuen Räume. Jetzt müssen sie es nur noch denen beibringen, die drinsitzen sollen.

Die Diva ist schlecht gelaunt. Seit Monaten schon. Seit April, um ­genau zu sein. Dabei ist die Diva ­eigentlich gutmütig und sieht auch so aus: Stoppelbart. Knopfaugen. Kurze graue Haare. Ruhige, sonore Stimme. Die Diva heißt Erik Zehnder. 51 Jahre alt. Seit 27 Jahren ­arbeitet er für Buss Chemtech, ein mittel­ständisches Ingenieurbüro im schweizerischen Pratteln. Zehnder ist wichtig für seine Firma. Deshalb steht auf seiner Visitenkarte „Manager“. Deshalb saß er lange in einem großen Zimmer, hatte drei Schreibtische in Beschlag. Deshalb nennen sie Zehnder die Diva.

Um seinem ganzen Unmut Ausdruck zu ­verleihen, braucht er nur zwei Worte: „Kein Platz!“ Zehnder lehnt an seinem überfüllten Schreibtisch. Ordner, Post-its, technische Zeichnungen, zwei Bildschirme, zwei Kaffeetassen. Er deutet nach vorn, nach rechts, nach links: „Früher hatte ich so einen Tisch. Und da noch einen und da noch einen.“

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Dann kam das neue Büro.

Mit ihm die große Offenheit und die kleinen Schreibtische. Das viele Glas, das viele Licht. Einzelzimmer, Aktenschränke und der dunkle Teppichboden verschwanden. Es blieb ein weitläufiges Büroloft mit schicken Designermöbeln. Und: jede Menge Verdruss. „Ich würde das sofort rückgängig machen“, sagt Zehnder. Seine Nachbarn nicken. „Wir sind uns ­einig.“ Zu wenig Platz für die großformatigen technischen Entwürfe und unzähligen Aktenordner, je Projekt bis zu 40 Stück. Zu laut sei es außerdem, klagen sie. Jeder Zweite arbeite mit Ohrstöpseln. Die Zeichner nebenan beschweren sich über die hereinscheinende Sonne. Ein anderer über die Uhr an der Wand.

Dabei war alles gut gemeint: Geschäftsführer Marcel Widmer hat viel Geld ausgegeben, um die neuen Büros einzurichten. Modern wollte er es haben. „Lässig“, sagt Widmer. Er sitzt in einem Glasbüro, um immer präsent zu sein. Von Besuchern bekommt er Kompli­mente, alles sehe so schön aus, man habe ja viel mehr Platz. Nur: Fläche, die einst für ­Tische und Schränke jedes Einzelnen vorge­sehen war, ist jetzt auf Bibliothek, gläserne ­Telefonzellen und die quietschbunte Sofaecke verteilt. Wohlfühlen sollen sich die Mit­arbeiter, sagt Widmer. Doch Zehnder denkt gar nicht daran. „Ich bin zum Arbeiten hier.“ In den ­Pausen steht er vor der Tür und raucht.

Das Büro. Ein zweites Zuhause. Der Ort, an dem Menschen ihr halbes Leben verbringen. Ein Statussymbol. Manch einer sieht seinen Schreibtisch häufiger als die eigenen Kinder.

Das neue Büro. Ein Krisengebiet. Schließlich wollen Chefs selten nur die Möbel austauschen, sondern gern auch mal Platz sparen, Mitarbeitern alte Bequemlichkeiten austreiben, sie auf neue Ziele einstimmen. Für Unternehmer ist der Umzug eine Operation, bei der Neues gegen Altbewährtes antritt, Unsicherheit gegen Gewohnheit, Effizienz gegen Bequemlichkeit. Ein Kampf, an dessen Ende eine neue Unternehmenskultur stehen kann: offen, mitteilsam, wandlungsfähig, ideenreich. Oder ein unauflösbarer Konflikt, der der Firma die letzten Kräfte raubt […]

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