Diverses Ihr persönlicher Check-up

Das größte Kapital jedes Unternehmers ist seine Gesundheit. Immer mehr Kliniken bieten spezielle Untersuchungen. Welche Angebote sinnvoll sind. Plus: Insgesamt zwölf medizinische Voruntersuchungen in ganz Deutschland zu gewinnen.

Heiko Nocke ist 50 Jahre alt und macht sich Sorgen. „Hoffentlich ist alles in Ordnung“, sagt der Aufsichtsrat der Softship AG, die Com­puterprogramme für die Schifffahrt ­erstellt. Gerade hat er seinen Gesundheitszustand im Hamburger Dia­gnostik Zentrum Fleetinsel (DZF) untersuchen lassen – mit einem Check-up speziell für Unternehmer und Führungskräfte. Jetzt folgt das Warten auf die Ergebnisse. Die Anspannung ist greifbar: „Immerhin gehöre ich zu einer Risikogruppe.“

Stress, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung: Unternehmer arbeiten viel und stehen unter Dauerstrom. Eine Extrembelastung für den Körper. Außer den typischen Bürokrankheiten wie Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen kann vor allem Stress gravierende Gesundheitsschäden ver­ursachen. Vorsorge ist deshalb ein Muss für Unternehmer: Schließlich stehen sie mit ihrer Existenz für ihre Firma ein. Aber deshalb für mehrere Tage in ein Krankenhaus gehen, um sich durchleuchten zu lassen?

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Für mehr Leistung

Heute gibt es Vorsorge nach Maß – in speziellen Check-up-Kliniken ist der Medizintest in wenigen Stunden zu erledigen. Welche Einrichtungen in Deutschland zu den besten zählen, was sie bieten und zu welchem Preis, zeigt die Übersicht der Kliniken unter www.impulse.de im Internet. Und: Ist es Zeit für einen Check-up? Der interaktive Online-Test gibt die Antwort. Und mit ein wenig Glück gewinnen impulse-Leser eine von insgesamt zwölf Untersuchungen in einer der bekannten Kliniken.

Für einen bewussten Umgang mit der eigenen Leistungsfähigkeit gibt es gute Vorbilder: Konzerne wie Metro, Philips oder Volkswagen bieten ihren Führungskräften schon jetzt medizinische Vorsorgeuntersuchungen. Jeder dritte Manager in Deutschland nimmt dieses Angebot an. Auch viele Unternehmer lassen sich inzwischen regelmäßig untersuchen. „Im Rahmen des Risikomanagements ist das auch eine Frage der Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber, denn als Chef bin ich Dreh-, Angelpunkt und Impulsgeber“, sagt Christian Wiemer. Der 52-Jährige ist Geschäftsführer von Geholit und Wiemer, einem Lack- und Kunststoff-Chemie-Unternehmen aus Graben-Neudorf. Seit sechs Jahren besucht er das IAS-Prevent-Vorsorgezentrum in Baden-Baden. Für ihn steht fest: „Wer seine technischen Geräte wartet, sollte das auch bei sich selbst tun.“

Das Bild vom männlichen Gesundheitsmuffel scheint überholt: Immer mehr Männer sorgen vor. Von einem nachhaltigen Trend spricht
Tomas Stein, ärztlicher Direktor am DZF. Norddeutschlands führende Vorsorgeklinik ist seit über zehn Jahren in der Früherkennung aktiv. „Die Zahl unserer Patienten wächst jährlich um rund 20 Prozent, über 70 Prozent davon sind zwischen 40 und 60 Jahre alt“, sagt Stein.

Dass immer mehr Führungskräfte
den Rat der Spezialisten suchen, hat
auch wirtschaft liche Gründe. Denn
für Unternehmen sind Ausfälle auf
der obersten Leitungsebene schwer
zu verschmerzen – und vor allem
teuer. Gesundheitliche Probleme von
Mitarbeitern und Führungskräften
verursachen jährlich Kosten von rund
fünf Milliarden Euro, so eine Erhebung
der Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitgeberverbände.
Zukunftsforscher und Ökonom Leo
Nefiodow glaubt sogar, dass die Wettbewerbsfähigkeit
von Unternehmen in Zukunft maßgeblich davon abhängt,
inwieweit sie sich für die Gesundheit
der Mitarbeiter- vor allem
der Führungskräfte – engagieren.

Perfekter Service

Die Spezialisten in den weißen Kitteln
haben sich ihrer professionellen Kundschaft
angepasst und wissen, worauf
Geschäftsführer und Vorstände Wert
legen. „Das ist alles perfekt organisiert“, lobt DZF-Patient Heiko Nocke.
„Um 15 Uhr war alles schon überstanden.“

Und das trotz eines umfassenden Programms: Das Basispaket
reicht von Gefäß-, Herz-Kreislauf- und Lungendiagnostik bis hin
zu Hautcheck, Blutanalyse sowie Augen- und Ohrentest. „Zusatzuntersuchungen
wie Darmkrebsvorsorge
führen wir bei Bedarf durch“, erklärt
Bernd Dörflinger, Chef der Diagnoseklinik
München, mit 5.000 Patienten
jährlich Deutschlands größte Vorsorge-Institution.

Die Kosten für einen Basis-Check liegen je nach Anbieter und Leistung
zwischen 600 und 2.650 Euro. Eine
Investition, die sich rechnet. Oft lassen
sich so Krankheiten schon im
Frühstadium erkennen, bei rund
einem Prozent aller Untersuchten
werden sogar lebensbedrohliche
Symptome identifiziert. „Bei mir
konnte eine ernsthafte Erkrankung
frühzeitig erkannt und schnell erfolgreich
behandelt werden“, erinnert
sich Klaus-Dieter Fiebig, Inhaber der
Dockweiler AG in Neustadt-Glewe.
Der 62-jährige Chef von 250 Mitarbeitern
geht seit seinem 50. Geburtstag
jedes Jahr zur Vorsorge.

So sinnvoll eine Früherkennung
ist, es gibt auch Kritik an den Business-Check-ups. Manche Programme
seien „unnötig überladen und teuer“,
kritisiert etwa Vorsorgeexpertin Eva
Maria Bitzer, Leiterin des Arbeitsbereichs
Qualitätsmanagement am Institut
für Sozialmedizin, Epidemiologie
und Gesundheitssystemforschung
in Hannover. Auch Genomanalysen,
die das Erbgut nach möglichen
Krankheiten absuchen, seien fragwürdig
angesichts der enormen psychischen
Belastung bei einer schlechten
Prognose. „Deshalb muss ich
vorher überlegen, ob ich als 40-Jähriger
überhaupt wissen will, dass ich
mit 70 Jahren eventuell an Alzheimer
erkranke“, warnt Bitzer.

Geteilte Meinungen gibt es auch
über den Einsatz der Magnetresonanztomografie (MRT). Bei dieser
Methode durchleuchtet ein Kernspintomograf
den gesamten Körper in nur
15 Minuten. Bitzer: „Mit einer MRT-Untersuchung
wird eine Unzahl von
Befunden erhoben, die eigentlich
keine große Rolle spielen.“ Während
einige Kliniken diese Untersuchung
üblicherweise einsetzen, wird sie bei
anderen Anbietern nur bei dringendem
Verdacht durchgeführt.

Individuelles Erfolgserlebnis

Welche Kliniken solche Spezialuntersuchungen
anbieten, zeigt unsere Übersicht. Wichtig
dabei ist, dass einige Häuser die Vorsorge
standardisieren, andere setzen
auf individuelle Diagnostik. Und auch
die Anzahl der betreuenden Ärzte ist
unterschiedlich. „Bei uns werden die
Patienten bei einem Check-up von
mindestens sechs Ärzten aus verschiedenen
Fachrichtungen betreut“,
sagt Gerd Ludescher, ärztlicher Leiter
der Gesundheitszentren an der
Schlosspark-Klinik und deren Partnerklinik
Weissensee in Berlin.

Trotz der umfangreichen Tests –
in den meisten Fällen bleiben böse
Überraschungen aus. Das Diagnostik
Zentrum etwa verlassen rund 90 Prozent
der Patienten ohne ernsthaft en
Befund. So auch Heiko Nocke: „Zum
Glück ist alles in Ordnung“, freut sich
der Unternehmer. Eine Empfehlung
bekommt er dennoch: Er soll seinen
Lebensstil optimieren, um seine Körperwerte
dauerhaft zu verbessern.

Auch andere Kliniken geben wichtige
Tipps mit auf den Weg. „Wir empfehlen
unseren Patienten einen individuellen
Speiseplan und ein Sportprogramm,
Raucher und Bewegungsmuffel bekommen spezielle
Ratschläge“, sagt Ludger Ciré, Leitender
Arzt für das Programm Prevent
beim Institut für Arbeits- und
Sozialhygiene Stiftung in Karlsruhe.
Firmenleiter Nocke ist jedenfalls
überzeugt: „Check-ups sind eine gute
Sache. Und wenn ich die Empfehlungen
beherzige, dann gibt es auch
beim nächsten Mal keine schlechten
Nachrichten.“ Wie recht er hat, zeigt
eine aktuelle Studie: Die Werte vieler
Teilnehmer mit erhöhtem Risiko hatten
sich beim zweiten Check-up gegenüber
der Erstuntersuchung um knapp 40 Prozent verbessert.

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