Diverses Illusionen für den Alltag

Telearbeit erhöht die Flexibiltät - aber ohne Vertrauen geht es nicht

Telearbeit erhöht die Flexibiltät - aber ohne Vertrauen geht es nicht

Glaubt man den Propheten der "Neuen Arbeit", dann hätten Büros längst keine Wände mehr. Gut gelaunte Wissensarbeiter hocken ganz lässig mit dem Laptop auf den Knien im Park und mailen Geschäft skorrespondenz in die Zentrale. Wenn sie dann mal im Office aufschlagen, schließen sie einfach den privaten Rollcontainer auf, suchen sich einen freien Tisch und loggen sich in ihren Rechner ein. Natürlich gäbe es keine Hauspost mehr oder schnöde Briefe: Alles wäre "paperless", weil digital verfügbar. Jederzeit. Und überall.

Auch auf der Büromesse Orgatec (19. bis 23. Oktober in Köln) feiern die Hersteller von Tischen und Stühlen den Arbeitsplatz von morgen als „mobil, flexibel und ergonomisch“. Sie bieten Möbel „mit eingebauter Zukunft“: Schränke für das Heimbüro des Telearbeiters. Tische, die sich
mehrere Mitarbeiter zwecks „Desk-Sharing“ teilen. Und überall reichlich Kabelschächte. Schließlich lebt man in der papierlosen Bürowelt.

Und im wahren Leben? „Der Arbeitsplatz der Zukunft ist konventioneller als erwartet“, sagt Thomas Beyerle, Marktforscher der DEGI Research
in Frankfurt. Er hat im Oktober 2003 rund 200 deutsche Immobilienunternehmen und Büroeinrichter
gefragt, was ihre Kunden in Sachen Büroorganisation eigentlich von ihnen wollen. Ergebnis: Nur 3,5 Prozent der Arbeitsplätze sind heute „nonterritorial“, unabhängig vom eigenen
Schreibtisch, in Zukunft werden es höchstens zwölf Prozent sein.

Anzeige

Beyerle hat „so ziemlich jedes Modell gesehen“, sagt er. „Desk“- und „Room-Sharing“, Telearbeit und Kombi-Büros: Als Blaupause für das Arbeiten
der Zukunft tauge keins davon, Beyerle hält sie eher für Speziallösungen. Seine Studie zeigt aber auch: Richtig eingesetzt hat jedes der neuen Arbeitsmodelle seinen Wert – wenn Arbeitsabläufe
und Betriebsklima stimmen.

Experten, Links und Buchtipps

Den kompletten Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2004, Seite 66, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...