Diverses Im Dialog mit Journalisten

Wenn sich aus einem Thema so viele Fragen ergeben, dass sie nicht mit einer Pressemitteilung beantwortet werden können, sind Journalisten meist an einem persönlichen Gespräch interessiert.

Dies hat gegenüber der Pressemitteilung den Vorteil, dass Sie umfassender zu einem Thema Stellung nehmen können: Sie können Stimmungen einfangen, Missverständnissen vorbeugen, Kontakte festigen und feststellen, welche Themen und PR-Maßnahmen für die jeweiligen Medien interessant sind. Auf der anderen Seite müssen Sie mit kritischen Fragen rechnen. Die drei häufigsten Möglichkeiten mit Journalisten einen Dialog zu führen, sind:

  • Interview
  • Hintergrundgespräch
  • Pressekonferenz
  • Redaktionstournee

Wenn Sie einen Dialog mit Journalisten führen, sollten Sie sieben einfache Regeln beachten – unabhängig davon, ob Sie ein Interview geben, ein Hintergrundgespräch führen oder eine Pressekonferenz veranstalten:

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  • 1. Gut zuhören
  • Im Gespräch mit Journalisten sollten Sie gut zuhören, da Sie mit der Meinung, den Zweifeln und Fragen eines Journalisten möglicherweise auch öffentliche Stimmungen einfangen können.
  • 2. Keinen Druck ausüben
  • Üben Sie keinen Druck auf Journalisten aus. Indem Sie beispielsweise vom Medium einen Bericht über Ihr Unternehmen erwarten, nur weil Sie dort eine teuere Anzeige geschaltet haben. Die Redaktion ist unabhängig von der Anzeigenabteilung. Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen. So kann es vorkommen, dass die eine oder andere Fachzeitschrift über Sie berichtet, weil Sie dort eine Anzeige geschaltet haben. Wer glaubwürdige PR betreiben will, sollte auf solche Deals verzichten. Zumal die Leser derartige Zeitschriften auch nicht unbedingt ernst nehmen.
  • 3. Mitbewerber nicht schlecht machen
  • Das Gespräch mit einem Journalisten sollten Sie nutzen, um sich von den Mitbewerbern durch Ihre Positionierung und Ihre Verkaufsvorteile (USP: unique selling proposition) abgrenzen, ohne diese schlecht zu reden.
  • 4. Aussagen belegen
  • Können Sie Ihre Aussagen oder Informationen mit Zahlen belegen? Entweder sind das eigene Verkaufszahlen, eingehende Anrufe im Call-Center, interne oder externe Statistiken oder Umfragen. Statistiken, Studien und Umfragen finden Sie unter Links, wie www.wuv.de, www.horizont.net, www.welt.de, www.stern.de, www.destatis.de oder www.diw-berlin.de
  • 5. Kurz und klar
  • Fassen Sie sich kurz, bringen Sie es auf den Punkt und seien Sie verständlich. Wenn Sie beispielsweise mit der lokalen Tageszeitung sprechen, sollten Sie Fachtermini vermeiden und diese umschreiben. Fachausdrücke sind eher für Gespräche mit Fachjournalisten geeignet. Wenn Sie einem Medium einen Themenvorschlag oder eine Medienkooperation anbieten möchten, dann fassen Sie sich kurz und halten Sie schriftliche Unterlagen (ein bis zwei Seiten) dazu bereit.
  • 6. Bleiben Sie gelassen
  • Egal was auch passiert, reagieren Sie nicht verärgert. Bleiben Sie sachlich und freundlich. So demonstrieren Sie Souveränität. Zudem können kritische Journalistenfragen unter anderem ein Hinweise darauf sein, warum sich ein Produkt nicht so gut verkauft, was die Vorurteile oder Befürchtungen potentieller Kunden sind und was Ihre Firma besser machen kann.
  • 7. Keine Selbstdarstellung
  • Ihr Gegenüber ist nicht an Ihren Werbesprüchen, sondern an Sachinformationen interessiert. Durch Selbstbeweihräucherung und Eigenwerbung werden Sie sich Sympathien verspielen. Der Journalist führt dann lieber Gespräche mit Mitbewerbern, die sachlicher sind.

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