Diverses Im schwarzen Tunnel

Vergeblich halten deutsche Mittelständler Ausschau nach Licht am Ende des Tunnels. Bei der Frühjahrsumfrage des BDI zeichnen mehr Unternehmer negative Szenarien als jemals zuvor. Um durch die Krise zu kommen, bräuchten sie Kredite und Bürgschaften. Doch die gibt es kaum.

Der wirtschaftliche Abschwung hat Deutschlands Mittelständler im Griff. „2009 ist abgehakt“, sagt Arndt G. Kirchhoff vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Erst für das nächste Jahr keimen zarte Hoffnungen.

Dafür müssen die Unternehmen die kommenden Monate überstehen. Der Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank, Kurt Demmer, beobachtet eine zunehmende Zahl von Unternehmen, bei denen Liquiditätslücken abzeichnen, weil beispielsweise Geschäftspartner ihre Rechnungen nicht zahlen können. So verlagert sich die Krise von den kränkelnden zu den gesunden Unternehmen. Die Banken, die einspringen könnten, verweigern sich oft: Die Bedingungen der Kreditvergabe sind deutlich verschärft. Zu recht, sagt Demmer: „Höhere Margen sind durchaus gerechtfertigt, wenn sie höheren Risiken Rechnung tragen.“ Banken seien, auch wenn das in den Unternehmen oft anders gesehen wird, relativ kulant. „Der Kapitalmarkt ist hier wesentlich konsequenter, wie die Spreads von Unternehmensanleihen zeigen“, sagt Demmer.

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Er empfiehlt den Firmen, konsequent alle innerbetrieblichen Liquiditätspotenziale zu erschließen sowie alternative Finanzierungsquellen zu nutzen. Interne Prozesse zu verschlanken, Kosten zu reduzieren und die Eigenkapitalbasis aufzustocken, all das wirke „sich mittelfristig positiv auf den Kredit- und Investitionsspielraum aus“.

Um Kosten zu reduzieren, greifen viele Unternehmen zum Personalabbau. Bis zu sechs Prozent der Beschäftigten im deutschen Mittelstand könnten in den nächsten Monaten entlassen werden, schätzt Frank Wallau aus dem Institut für Mittelstandsforschung – IfM Bonn, nachdem er die Daten der 1500 befragten Unternehmen ausgewertet hat. Die positive Nachricht: Die Firmen gehen nicht mit der Rasenmähermethode durch die Belegschaft, sondern versuchen, ihren Fachkräftebedarf für den nächsten Aufschwung zu sichern.

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