Diverses Immer mehr Drückeberger

Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der Arbeitsverweigerer weiter zu. Hamburg bleibt weiter Hochburg. Neue Bundesländer unter Durchschnitt.

Die Zahl der arbeitsunwilligen Arbeitslosen ist 2002 im dritten Jahr in Folge gestiegen. Die Arbeitsämter haben im vergangenen Jahr insgesamt 100.883 Arbeitslosen Leistungen gekürzt, weil sie Jobs oder Bildungsangebote ablehnten. Das waren nochmals über 7.100 mehr als im Vorjahr.

Die Faulenzer-Quote, also der Anteil der Drückeberger an der Gesamtzahl der Bezieher von Arbeitslosengeld sowie Arbeitslosen- und Eingliederungshilfe, ging indes im Bundesdurchschnitt auf 2,80 Prozent (2001: 2,91) Prozent zurück. Das lag aber allein an der gleichzeitig stark gestiegenen Zahl von Arbeitslosen, die Leistungen vom Staat beziehen.

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Vor allem in den alten Bundesländern verweigern immer mehr Arbeitslose die Arbeitsaufnahme oder Bildungsangebote. Trauriger Spitzenreiter ist wie im Vorjahr der Stadtstaat Hamburg. Dort ist die Drückeberger-Quote mit 5,91 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Nach der von „impulse“ anhand einer Statistik der Bundesanstalt für Arbeit errechneten Rangliste verzeichnet Niedersachsen von den alten Bundesländern mit einer Quote von 3,72 Prozent relativ den höchsten Anstieg. Dort wurden 2002 rund 22 Prozent mehr Arbeitslosen Zuwendungen gestrichen, weil sie ein Job- oder Schulungsangebot abgelehnt hatten.

Platz drei belegt Bremen mit 4,9 Prozent, auf Rang vier und fünf folgen Schleswig-Holstein (4,53 Prozent) bzw. Bayern (4,36 Prozent). Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit einer Quote von 2,68 Prozent als einziges westdeutsches unter dem Bundesdurchschnitt.

Alle neuen Bundesländern haben dagegen Verweigererquoten, die deutlich niedriger als der Bundesdurchschnitt sind. Die geringsten Sorgen mit arbeitsunwilligen Hilfsempfängern hat nach der „impulse“-Rangliste Brandenburg mit einer Drückeberger-Quote von lediglich 0,92 Prozent. In Sachsen lag sie 2002 mit 0,93 Prozent nur geringfügig höher. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern (2,38 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (1,81 Prozent) geben die um 22 bzw. 27 Prozent höheren Quoten Anlass zur Sorge.

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