Diverses In aller Pracht

Winterurlaub exklusiv: Wo Unternehmer die schönsten Abfahrten genießen – und abends mit anderen Firmenchefs ins Gespräch kommen.

Diese Leidenschaft wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt. Seit ihrer Kindheit steht Ingrid Obermeier-Osl jeden Winter auf zwei Brettern, und die Freude am Skifahren teilt sie heute mit Freunden und Kollegen. „Beim Skifahren kann man sich in lockerer Atmosphäre näher kennenlernen“, erzählt die 47-jährige Unternehmerin aus dem oberbayerischen Schwindegg, 60 Kilometer östlich von München gelegen.

Auf der Skihütte, an der Hotelbar oder beim Warten auf den Lift: Der Wintersport hat sich für Obermeier-Osl zur geschäftlichen Kontaktpflege entwickelt: „Wir fahren jedes Jahr nach Fasching zusammen mit drei, vier anderen Unternehmerpaaren in den Urlaub.“ Meistens sind es Kunden des Holzwerks Ober­meier. Den elterlichen Betrieb mit seinen 180 Beschäftigten führt die Chefin gemeinsam mit ihrem Mann.

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Im Skiurlaub geht es tagsüber auf die Piste, abends diskutieren die Firmenchefs beim Essen oder einem Glas Wein über Politik, Sport – und über das Geschäft. Manchmal spielt auch der Zufall mit. „Dieses Jahr haben wir im Hotel einen Kunden aus Italien getroffen“, erinnert sich Obermeier-Osl. „Es war schon eine große Überraschung, sogar einem unserer Abnehmer im Urlaub zu begegnen, ohne dass wir verabredet waren.“

Mit Unternehmern auf die Piste

Natürlich dreht sich nicht alles ums Geschäft – im Vordergrund steht der Spaß am gemeinsamen Hobby. Der führt die Unternehmer aus Oberbayern meistens nach Gröden in Südtirol. Ein Geheimtipp für alle, die Skimetropolen wie Sölden schon kennen und etwas Neues suchen. Gegenden, die weiße Pracht versprechen und das richtige Unternehmerpublikum. In Gröden scheint im Winter häufig die Sonne, die Abfahrten sind top in Schuss, die Hotels bodenständig und „nicht so mondän wie die in der Schweiz“. Dieses Jahr hat sich Obermeier-Osl für das Hotel „Gran Baita“ entschieden.

„Das Grödnertal steht immer an vorderster Stelle, auch bei meinen Bekannten“, erzählt die Firmenchefin. Tradition verpflichtet, da ist man ganz Familien­unternehmer. Mehr als 80 Liftanlagen befördern Wintersportler in der Gegend auf den Berg, 175 Pistenkilometer sind in der malerischen Landschaft der italienischen Dolomiten präpariert. Mit idealen Bedingungen: Selbst die Tal-Orte St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein liegen auf weitgehend schneesicheren 1200 bis 1600 Metern Höhe.

Den Skipass für Gröden und die Seiser Alm gibt es ab 180 Euro (Erwachsene, sechs Tage). Empfehlenswert ist es aber, gegen einen kleinen Aufpreis gleich den Dolomiti Superski (ab 193 Euro) zu buchen: Er umfasst zwölf Skigebiete mit 1200 Pistenkilometern in der gesamten Re­gion. Dazu gehören auch alle Lifte der Sella Ronda, der 26 Pistenkilometer langen Skitour rund um das Sella-Massiv.

Wer nicht bis nach Südtirol fahren will, findet rund um den Arlberg zwischen St. Anton und Lech nahe der deutschen Grenze eine gute Alternative. Spektakulär beginnt der Skiurlaub in Oberlech: Gleich die erste Fahrt führt mit der Gondelseilbahn in den höher gelegenen Ortsteil. Dafür ist es oben umso ruhiger und idyllischer, denn Oberlech ist im Winter autofrei – der Wagen muss unten in der Tiefgarage warten.

Komfortabel bleibt es trotzdem: Das Gepäck wird ebenfalls an der Talstation angenommen und über ein unterirdisches Tunnelsystem bis ins Hotel gebracht. Die Piste beginnt direkt vor der Tür: Aus 1750 Metern Höhe geht es ins Tal oder mit einem der mehr als 80 Lifte im Arlberg-Skigebiet (Skipass ab 192 Euro für sechs Tage) noch höher hinaus. Die Bergbahnen führen zu 280 Kilometern markierter Piste und 180 Kilometern Tiefschneeabfahrten.

Das gesamte Skigebiet erstreckt sich von Lech und Zürs im österreichischen Bundesland Vorarlberg bis ins wenige Kilometer entfernte St. Anton in Tirol. Neben den Pisten und Steilhängen hat der Ort auch kulinarisch viel zu bieten: Gleich fünf Restaurants in dem Bergdorf waren den Testern des Gault Millau mit ihren begehrten Kochmützen (auch „Hauben“ genannt) eine Auszeichnung wert. Zu den spektakulärsten gehört die mit zwei Mützen gekrönte „Verwallstube“ auf dem Galzig: Sie ist auf 2185 Metern das höchstgelegene Hauben Restaurant Europas.

Wer gleich auf einem Gipfel übernachten will, bucht ein Zimmer im „Berghaus Dia­volezza“ im Engadin in der Schweiz. Wenn die letzte Gondel ins Tal gefahren ist, kehrt in der 3000 Meter hoch gelegenen Unterkunft Stille ein. Aus dem Restaurant oder dem Außenwhirlpool fällt der Blick auf die umliegenden Dreitausender.

Verwöhnprogramm buchen

Exklusiver geht es unten im Tal zu: Im Nobel-Ferienort Pontresina bieten zahlreiche Luxushotels ihren Gästen allen erdenklichen Komfort. Die Gegend um das nahe gelegene St. Moritz ist mit 350 Pistenkilometern und mehr als 50 Bergbahnen eine der größten Wintersportregionen der Schweiz (Skipass ab rund 220 Euro für sechs Tage). Hier hat auch der Sportmode-Unternehmer und Filmemacher Willy Bogner sein Herz verloren. „St. Moritz im Winter, das ist Luxus und Lifestyle pur. Für mich sind die Pisten einfach Top of the World“, schwärmt er.

Sein Tipp für Unternehmer, die im Skiurlaub auf Komfort nicht verzichten wollen: „Eines der schönsten Hotels ist das Carlton“. Auch Bogner denkt im Urlaub natürlich ans Geschäft. Das Wichtigste, so der Unternehmer, sei für ihn aber die Zeit mit der Familie und mit Freunden. „Das ist wie beim Golfspielen. Die Umgebung, die Atmosphäre – das muss einfach stimmen.“

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