Diverses Indische Computerspezialisten in Deutschland

Indische Computerspezialisten in Deutschland

Indische Computerspezialisten in Deutschland

Die Greencard-Initiative wird zwei Jahre alt. Was hat sie gebracht? Lohnt es sich für Unternehmen, Greencard-Experten einzustellen? Was Sie beachten müssen, sagen wir Ihnen in einer Checkliste.

Auf der CeBIT 2000 steckte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Erwartungen hoch. Von der Ankündigung des ‚Anwerbestopp-Sonderverfahrens’, wie die Greencard offiziell heißt, versprach er sich eine rasante Besetzung der 20.000 ausgeschriebenen Stellen. Eineinhalb Jahre danach flaute der Bedarf merklich ab. Ein Grund: Das verhaltene Wachstum der Softwarebranche: Gerade mal um drei Prozent wuchs vergangenes Jahr die Zahl der Angestellten. 393.000 Personen, so die Frühjahrstudie des Branchenverbandes Bitkom, sind nun dort beschäftigt. Bis Ende Januar 2002 kamen etwa 11.000 Personen aus 60 Ländern nach Deutschland, darunter 2.377 Inder.

„Gute Leute haben viele Optionen“, erklärt M. Balakrishnan, Dekan des Department of Computer Science and Engineering am Indian Institute of Technology (IIT) in New Delhi. Darum gehen die besten seiner Absolventen in die USA. „Aus der zweiten Reihe werden aber verstärkt Spezialisten nach Europa kommen“, erklärt er weiter, „die Ausbildung in Indien ist schließlich sehr gut“. Zwei bis drei Monate dauern die Formalitäten, dann gibt es die deutsche Greencard.

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Inder nach Deutschland

Doch mit der Bewältigung der Formalitäten ist es nicht getan. Die Integration indischer Arbeitskräfte erfordert vielfältige Lösungen und lohnt sich auch nicht in jedem Fall. „Indische Arbeitskräfte sind inzwischen einfach zu teuer“, kommentiert Sabine Nolte, Geschäftsführerin bei Pass Consulting, die Entwicklung. Ausländische Greencard-Hochschulabsolventen müssen nach den deutschen Bestimmungen mindestens 51.000 Euro im Jahr verdienen. Deutsche Diplomanden begnügen sich aber mittlerweile mit 40.000 Euro. Nolte hatte schon alle Formalitäten in die Wege geleitet. „Wir werden aber jetzt doch keinen Inder einstellen.“

Aber auch die indischen Experten haben ihre Probleme: „Natürlich hatte ich vorher viel über Rassismus gehört“, sagt Prakesh Nanduri, der für zwei Jahre im Raum Frankfurt arbeitete, „insgesamt wird das aber übertrieben.“ Viel schwieriger waren für ihn das Wetter und die Sprache. „Wenn es kalt ist, wird die Stimmung der Leute schlecht“, beobachtete der 32-Jährige. „Das Gefühl, Ausländer zu sein, die deutsche Sprache, die fehlende Arbeitserlaubnis für meine Frau“, das störte Kanwar Rameet Parmar während seiner Zeit in Deutschland. Er ist als Sektionsmanager beim Indo-German-Promotion-Project (IGEP) auch zur diesjährigen CeBIT wieder in Deutschland.

Tipps für deutsche Unternehmer

Wenn Sie als Unternehmer einen indischen IT-Professional einstellen wollen, dann beachten Sie die andere Arbeitskultur der Inder. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für ein Coaching, eine ständige Arbeitsanleitung. Die ausländischen Mitarbeiter benötigen aber nicht nur Unterstützung bei der fachlichen Einarbeitung: Viel wichtiger ist, dass Sie sich mit dem Spezialisten auch um persönliche Dinge kümmern, etwa um den Abschluss der in Indien nicht üblichen Haftpflichtversicherung, der Wohnungssuche und Vertragsübersetzung, aber auch in der Erklärung der Abzüge vom Bruttogehalt. Billig ist das alles nicht: Zur besseren Orientierung für die Einstellung von indischen Greencard-Mitarbeitern gibt es hier eine Checkliste.

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