Diverses Ingenieure gesucht

15.000 Ingenieurjobs sind derzeit nicht besetzt. Tendenz: steigend. Eine Studie zeigt, wie sich Chefs gegen diesen Engpass wappnen.

Im Auftrag des Vereins Deutscher Ingenieure hat das Mainzer Marktforschungsunternehmen Forum 1500 Personalentscheider und (angehende) Ingenieure befragt. Ein Kernergebnis: Je kleiner (und auch: je erfolgloser) ein Unternehmen, desto älter sind die dort beschäftigten Ingenieure im Durchschnitt.

Besorgnis erregend auch das Image der kleineren Firmen bei den angehenden Ingenieuren: Je qualifizierter ein Kandidat, desto seltener zieht es ihn in eine Firma mit weniger als 50 Mitarbeitern. Zwar mangelt es bei 65.000 arbeits­losen Ingenieuren oft nicht an Bewerbern.

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Wohl aber, wie die Studie weiter belegt, an den nötigen Erfahrungen, Fach- und Branchenkenntnissen. Die wenigen Top-Leute sind dann aus Budgetgründen für die Kleinen zu teuer oder bevorzugen Groß­unternehmen. „Dabei haben auch kleinere Arbeitgeber Vorteile zu bieten, die sie viel deutlicher he­rausstellen sollten“, rät Joachim Neuerburg, Geschäftsführer der VDI Wissensforum GmbH, Weiterbildungstochter der VDI-Gruppe.

Tatsächlich sind die Ingenieure dort zufriedener als in Großfirmen, etwa wenn es um die Werte und Ziele des Unternehmens geht, die Einbindung der Mitarbeiter, den Informationsfluss sowie Veränderungen im Betrieb. Nachholbedarf gibt es vor allem bei internen Weiterbildungsmöglichkeiten und Perspektiven sowie der Bezahlung.

Wechselwillige Ingenieure erhoffen sich mehr Geld, aber auch mehr Verantwortung und Aufstiegschancen. Kompetente Kollegen, weniger Überstunden oder kurze Anfahrtswege ziehen dagegen kaum. Als aktuelle oder geplante Maßnahmen gegen Ingenieurmangel nennen 65 Prozent der befragten Entscheider leistungsabhängige Entlohnung. 38 Prozent wollen Hochschulmarketing betreiben, 35 Prozent verstärkt Fachkräfte selbst ausbilden, 32 Prozent Arbeitslose integrieren und 22 Prozent auf Interimskräfte setzen.

Am Ende der Skala: gezielte Rekrutierung von Ausländern, Frauen und Älteren. Weitere Infos: www.vdi.de/vdi-ingenieurstudie-2005.

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