Diverses Ingenieure verdienen weniger

Ingenieure werden gesucht, heißt es. Doch einmal gefunden, werden sie nicht mit Geld überhäuft. Das Einkommen von Ingenieuren in deutschen Unternehmen sinkt im Vergleich zum Vorjahr. Das belegt eine aktuelle Umfrage der Managementberatung Kienbaum.

Unternehmen suchen Ingenieure, sind aber nicht bereit, ihnen Fantasiegehälter zu zahlen. Tatsächlich erhalten sie weniger Gehalt als noch im Vorjahr. Ingenieure in Führungspositionen erhalten durchschnittlich 100.000 Euro – 2008 waren es noch 103.000 Euro. In Fachpositionen ist das Durchschnittsentgelt von 62.000 auf 60.000 Euro gefallen.

Als Werkleiter verdient ein Ingenieur durchschnittlich 125.000 Euro im Jahr, Kollegen im Qualitätsmanagement erhalten 90.000 Euro. Der Leiter Arbeitsvorbereitung/Produktionsplanung bezieht hingegen ein durchschnittliches Jahresgesamtgehalt von lediglich 78.000 Euro. Bei den Fachkräften reicht die Gehaltsspanne vom Sachbear­beiter Materialwirtschaft/Logistik mit 45.000 Euro bis zum Produktmanager mit 81.000 Euro.

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Für Ingenieure in Führungspositionen gilt: Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt. Liegt der Firmenumsatz unter 50 Millionen Euro, verdient ein Manager durchschnittlich 86.000 Euro im Jahr. In einem Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 100 und 250 Millionen Euro sind es 104.000 Euro, bei einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro stehen durchschnittlich 124.000 Euro auf dem Gehaltszettel. Bei Fachpositionen ist diese Spanne wesentlich geringer.

Wer bei seinem Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung herausschlagen kann, muss sich ebenfalls bescheiden: Das Plus liegt durchschnittlich bei 2,7 Prozent – fast ein Prozentpunkt weniger als 2008. Dieser Wert könnte ich Laufe des Jahres weiter sinken, denn aufgrund der wirtschaftlichen Lage sind die Arbeitgeber derzeit sehr zurückhaltend bei Gehaltserhöhungen. Das sind die zentralen Erkenntnisse der Vergütungsstudie „Ingenieure in Führungs- und Fachpositionen 2009“ der Managementberatung Kienbaum. Sie beruht auf Angaben von 566 Unternehmen und mehr als 3.800 untersuchten Positionen.

Gesunken ist laut Studie auch der Anteil der variablen Vergütungsanteile. „Da der Abschwung 2009 unvermindert anhält, werden die variablen Vergütungsbestandteile in diesem Jahr noch wesentlich geringer ausfallen“, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser. Für 2008 erhielten 77 Prozent der Führungskräfte eine variable Vergütung von durchschnittlich 21.050 Euro. 2007 waren es 81 Prozent mit durchschnittlich 22.000 Euro. Bei den Fachkräften verbuchte lediglich jeder Zweite einen leistungs- oder erfolgsorientierten Gehaltsbestandteil; er betrug durchschnittlich 7.300 Euro.

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