Diverses Investitionen ziehen 2003 wieder an

Überraschende Befragungsergebnisse des Ifo-Instituts: Unternehmen planen 2003 steigende Investitionen

Die Investitionen der westdeutschen Industrie werden 2003 wieder zunehmen und zwar voraussichtlich um 5 % nominal und 4 % real (nach Abzug der Preissteigerungen). Im Jahr 2002 waren sie noch geschrumpft. Dies geht aus der aktuellen Investitionserhebung des Ifo Instituts hervor. Danach planen 55% der Unternehmen ihre Investitionsausgaben 2003 zu erhöhen, während 32% weniger als im letzten Jahr investieren wollen. Rund 13% wollen gleich viel wie in 2002 ausgeben. Ein weiteres Indiz für die sich anbahnende Belebung der Investitionstätigkeit ist die Entwicklung der Auftragseingänge bei den Industrieausrüstern des Maschinenbaus: Seit dem zweiten Halbjahr 2002 geht es hier leicht aufwärts. Damit deutet sich eine konjunkturelle Wende für den Verlauf dieses Jahres an.

Das Investitionsgüter produzierende Gewerbe trägt mit einer Investitionserhöhung von 7% am stärksten zum Anstieg in 2003 bei. In fast allen Branchen dieses Bereichs sind Zuwächse geplant. Der Straßenfahrzeugbau will seine Ausgaben für Sachanlagen um 5% aufstocken. Das gilt auch für den Maschinenbau, den Stahl- und Leichtmetallbau und die Herstellung von EBM-Waren. Noch stärkere Erhöhungen – zwischen 10 und 15% – sind in der Elektrotechnik und in der Feinmechanik/Optik geplant. Der Luft- und Raumfahrzeugbau hat einen Investitionszuwachs von rund 20% gemeldet. In der Stahlverformung und in der Herstellung von EDV-Geräten dürften sich die Investitionen nach den Erhebungen von Ifo auf dem Vorjahresniveau bewegen.

Anzeige

Im Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe ist nach den vorliegenden Plänen der Unternehmen für 2003 ein durchschnittlicher Investitionsanstieg von 2% vorgesehen. Vorneweg marschieren hier mit Zuwächsen zwischen 10 und 20% die Branchen Holzbearbeitung, Zellstoff-, Papier- und Pappeerzeugung, Mineralölverarbeitung und Gummierzeugung. Kürzungen haben demgegenüber die eisenschaffende Industrie und der Bereich Steine und Erden vorgesehen.

Die Unternehmen im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe wollen ihr Investitionsvolumen 2003 auf dem gleichen Niveau wie 2002 halten. Im Gegensatz zu den anderen Bereichen werden im Verbrauchsgüter produzierenden Gewerbe die Investitionsausgaben 2003 im Durchschnitt leicht – um 1% – eingeschränkt. Grund: Diese Industrien sind besonders stark von der schwachen Binnennachfrage betroffen. Erhöhungen zwischen 5 und 10% sind nur in der Papier- und Pappeverarbeitung, in der Kunststoffverarbeitung sowie im Textil- und im Bekleidungsgewerbe geplant. Reduzierungen zwischen 5 und 10% haben demgegenüber die Unternehmen des Bereichs Druckerei und Vervielfältigung, Feinkeramik sowie Herstellung von Musikinstrumenten, Spielwaren und Schmuck vorgesehen. In der Holzverarbeitung und im Ledergewerbe dürften die Budgetkürzungen in diesem Jahr sogar über 10% liegen. Ein gegenüber 2002 unverändertes Investitionsvolumen ist nach dem derzeitigen Planungsstand in der Herstellung und Verarbeitung von Glas zu erwarten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...