Diverses Jahrhundertkrise?

Michael Jansen: Ressortleiter Neugeschäft

Michael Jansen: Ressortleiter Neugeschäft

Kein Zweifel: Der weltweite Abschwung kommt. Wie schlimm die Wirtschaftskrise allerdings ausfällt, darüber sind die Ökonomen unterschiedlicher Meinung, wie Michael Jansen in seinem Kommentar zeigt.

Der Schwung ist dahin. Mehr noch – einige Länder stehen vor einer Rezession, analysieren einige Ökonomen. Der Aufschwung geht also in die Knie. Es werde eine harte Landung geben, aber keine Bruchlandung, glaubt zumindest der Chefvolkswirt der Commerzbank Jörg Krämer. Anders, wesentlich schwärzer, denkt Alan Greenspan. Der ehemalige Chef der US-Notenbank zeichnet ein düsteres, ja dramatisches Bild der globalen Konjunkturkrise. In einem Gastbeitrag für die britische „Financial Times“ analysiert er, dass die aktuelle Krise anders sei: Ein Ereignis, wie es ein oder zwei Mal pro Jahrhundert vorkomme, tief verwurzelt in den Ängsten vor der Insolvenz großer Finanzinstitutionen.

Die Insolvenzkrise wird erst dann ein Ende finden, wenn drei Punkte erfüllt sind. Erstens. Wenn sich die Häuserpreise stabilisieren und klar wird, wie viel Eigenkapital tatsächlich in den Häusern steckt. Zweitens. Wenn sich das Kursniveau der Aktien hält beziehungsweise sich Kurssteigerungen einstellen. Und drittens. Wenn Regierungen nicht versuchen, ihren Zugriff auf die Wirtschaft zurück zu erlangen. Denn Regulierung war noch nie in der Lage, Finanzkrisen zu beseitigen. Außerdem: Die menschliche Neigung, zwischen Extremen von Angst und Euphorie zu schwanken, lässt sich durch Gesetze nicht verhindern. Die freien Wettbewerbsmärkte sind das einzige Kapital, um die Krise zu meistern. Marktwirtschaft zählt. Das war schon immer so. Auch in einer von Greenspan prognostizierten Jahrhundertkrise.

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