Diverses Japanische Teezeremonie

Winterzeit ist Teezeit. Dabei sieht die Tee-Zeremonie in den meisten Haushalten so aus: Wasser heiß, Beutel in die Tasse, Wasser drüber - fertig. Eine wirkliche Zeremonie dagegen ist Chanoyu, die traditionelle japanische Teezeremonie. Dabei bedeutet Chanoyu übersetzt schlicht "heißes Wasser für den Tee". Mit dem modernen Beutel-Aufgießen hat es dennoch wenig gemein. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zeigt an jedem dritten Wochenende im Monat, was es heißt, Tee zu zelebrieren.

Die japanische Teezeremonie ist vor allem – schlicht. Die grundlegenden ethischen und ästhetischen Auffassungen des Rituals gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Bereits in den zen-buddhistischen Klöstern tranken die Mönche Tee, um bei der Meditation wach zu bleiben. Die Samurai trafen sich in Teehäusern dagegen zu weit luxuriöseren Teezusammenkünften. In beiden Gesellschaftsgruppen entstanden im Laufe der Zeit Regeln für die Teezubereitung, das Teetrinken und die Raumgestaltung.

Im 15. Jahrhundert vollzogen sich wichtige Veränderungen der Teezeremonie. Das Ideal des wabi und sabi wurde zur zentralen Vorstellung. Dieses japanische Konzept, das eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden ist, konzentriert sich auf die verborgene Schönheit hinter einem schlichten, unscheinbaren Äußeren. Man sah die wahre tiefe Schönheit gerade in der Einfachheit und Kunstlosigkeit. Ein Konzept, dass auch das Teeritual veränderte. Die Japaner bevorzugten von nun an ein Teehaus im Stil der Einsiedlerhütte und für die Teegefäße die raue Töpferware.

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Die Jahrhunderte alte Tradition der Teezeremonie wird im Teehaus Shoseian im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg vorgestellt. Meister Kuramoto lädt zum Tee – und die Besucher zum Zusehen ein. Nach fünfmaligem Ertönen eines Gongs betreten die Gäste den für die Teezeremonie vorgesehenen Teeraum. Hinein gelangt man ausschließlich durch den knapp einen Meter hohen Eingang. Dadurch betreten die Gäste den Raum gebückt, voller Demut und mit Respekt. Traditionell werden alle gesellschaftlichen Unterschiede an der Schwelle abgelegt. Die wichtigsten Utensilien bei der Teezeremonie: die Teeschale, die Teedose für den Pulvertee, das Frischwassergefäß, der eiserne Wasserkessel, der Teebambuslöffel und der Teebesen. Ein seidenes Teetuch trägt der Gastgeber an seinem traditionellen Gürtel. Der Meister kniet vor dem beweglichen Kohlebecken nieder. Er sammelt und konzentriert sich, verbeugt sich vor seinen Gästen und beginnt mit der Zeremonie. Dabei wird der dickflüssige Tee nach dem Aufguss mit dem Bambusbesen schaumig geschlagen. Dann reicht der Gastgeber dem Hauptgast die Teeschale, die dieser mit einer Verbeugung annimmt. Bevor er trinkt, dreht er dreimal die Schale in seiner Hand, wobei er sie leicht betastet und bewundert. Er nimmt schlürfend drei kleine Schlucke, streicht den Rand der Schale mit einer eigenen Serviette sauber und reicht sie weiter. Reihum wird nun so der Tee den Anwesenden gereicht. Während dieses Rituals herrscht meistens Schweigen.

An jedem dritten Wochenende im Monat (sonnabends jeweils um 13, 14, 15 und 16 Uhr, sonntags jeweils um 13, 14 und 15 Uhr) wird der Ablauf einer japanischen Teezeremonie im Museum vorgeführt. Am Ende der etwa einstündigen Veranstaltung bekommt jeder Besucher eine Schale mit grünem, schaumigem Tee und eine japanische Süßigkeit. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro, hinzu kommt der Museumseintritt. Mehr Informationen finden Sie unter

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