Diverses Jede Bank ein Treffer

Jetzt also auch die Genossen: Die DZ Bank, das Zentralinstitut des genossenschaftlichen Bankensektors, braucht deutlich mehr als eine Milliarde Euro, um nicht zu stürzen. Diese Nachricht ärgert den impulse-Redakteur Holger Externbrink umso mehr, weil die Bank noch vor kurzem einen großen Bilanzgewinn für 2008 prognostiziert hat.

Bislang waren aus dem Volks- und Raiffeisenbankenbereich keine größeren Hiobsbotschaften zu hören. Doch wie sich jetzt herausstellt, hat die DZ Bank sich in so ziemlich allen Risikobereichen, die in jüngster Vergangenheit aufgetreten sind, die Finger verbrannt. 360 Millionen Euro kostet die Bank ihr Engagement bei der Pleitebank Lehmann Brothers, 450 Millionen Euro fehlen, weil es sich um faule Kredit an isländische Banken handelt, 270 Millionen kostet die wertlose Natixis-Beteiligung, 1,5 Milliarden Euro sind weg, weil es sich um wertlose ABS-Papiere handelt und 1,2 Milliarden Euro sind futsch, weil eigene und Papiere der eigenen Versicherung R+V im Wert berichtigen muss. Das spricht nicht für ein funktionierendes Risikomanagement.

Überraschend ist, dass die Bank noch vor wenigen Monaten einen großen Bilanzgewinn für 2008 prognostizierte. Dies wiederum macht misstrauisch, was das Controlling angeht. In beiden Unternehmensbereichen scheint es nicht nur bei der DZ Bank größere Defizite zu geben. Anders ist es nicht zu erklären, dass jüngst auch die Deutsche Bank nach langem Optimismus kräftige Verluste eingestehen musste. Und die Sparkasse Köln/Bonn, nach Branchenmeinung so gut wie Pleite war, wenn nicht eine Genussscheinemission kurzfristig Geld in die Kasse gespült hätte. In diesen Fällen ist es (bisher) gut gegangen. Auch die Sparer und Firmenkunden, die ihr Konto bei der Volksbank um die Ecke haben, müssen sich keine Sorgen machen. Zum Einen sind die einzelnen Filialen zu klein, um im großen Stil internationale Derivatgeschäfte gemacht zu haben, andererseits greift hier neben dem Rettungsschirm der Regierung auch das sektoreigene Sicherungssystem. Auch wenn bei der DZ Bank keine größeren Schäden entstehen und das Institut gerettet wird, müssen sich Bankkunden darauf einstellen, dass wohl keine Bank ungeschoren davonkommt.

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