Diverses Jetzt Aktien kaufen

Die Finanzmarktkrise wäre über Nacht zu Ende, wenn sich US-Notenbank und Finanz­ministerium nicht verschworen hätten, behauptet der US-Anlagestratege Ken Fisher.

impulse: Herr Fisher, wie viel Geld haben Sie in der Finanzkrise verloren?

Fisher: Lassen Sie mich kurz rechnen: rund 15 Milliarden Dollar. Aber unser Aktienportfolio wird sich davon wieder erholen. Da bin ich mir sicher.

Anzeige

Kaufen Sie jetzt lieber Gold?

Nein, das ist nur etwas für sicherheits­bewusste Europäer. Ich glaube nicht an die Geldanlage Gold.

Wie lange wird uns die Krise an den Finanzmärkten denn noch beschäftigen?

Immer wenn die Märkte in Panik sind wie derzeit, sind sie unberechenbar. Die Krise kann morgen zu Ende sein, aber auch noch Monate dauern. Klar ist, dass wir in einem Jahr, wenn wir auf diese Periode zurückblicken, sagen, dass dies die beste Zeit war, Aktien zu kaufen.

Sind die aktuellen Maßnahmen hinreichend, um die Krise schnell zu beenden?

Nein. Die US-Notenbank könnte die Krise jederzeit stoppen, wenn sie vier traditionelle Mittel einsetzte. Die Fed müsste die ‚Fair-Market-Value‘-Bilanzierungsregeln zurücknehmen.

… damit die Banken ihre vorübergehend unverkäuflichen Wertpapiere nicht sofort komplett abschreiben müssen.

Ja. Zudem sollte sie die Mindestreserveanforderungen drastisch senken und die Geldmenge erhöhen. Außerdem hätte sie die Rediskontfazilität, also Kredite, die sich Banken bei der Notenbank beschaffen können, eher verbilligen und auch für Nicht-Banken öffnen sollen.

Was wäre der Effekt?

Der Markt wäre über Nacht wieder liquide. Doch die Fed scheint vergessen zu haben, wie man mit Krisen umgeht.

Wenn das so einfach ist: Warum tut die
Fed es nicht?

Weil sich Notenbank und Finanzministerium verschworen haben. Sie wollen die Investmentbanken zerstören, weil sie die Ursache des Übels sind. Die Ironie dabei: 1933 wurden, um die damalige Krise zu überwinden, die Investmentbanken von den kommerziellen Banken abgetrennt. Jetzt soll alles rückgängig gemacht werden.

Aber die Fed hilft doch den Banken …

… nicht allen. Sie unterstützt Bear Stearns, verstaatlicht die Immobilien­finanzierer Freddie Mac und Fannie Mae und rettet den Versicherer AIG. Doch die Investmentbank Lehman Brothers lässt sie fallen. Allein Goldman Sachs soll als Vollbank überleben, weil Finanzminister Henry Paulson dort arbeitete.

Agiert die europäische Notenbank besser?

Sie macht auch alles falsch. Anstatt die kollabierende Wirtschaft mit billigem Geld zu versorgen, sorgt sie sich noch immer um die Inflation.

Und was machen Anleger in dieser Lage?

Aktien, die sie schon haben, behalten. Ansonsten zukaufen. Die Papiere sind so billig wie seit 50 Jahren nicht mehr. Bei Rentenwerten haben nur schlechte Bonitäten hohe Renditen.

Ist das nicht riskant?

Nein, derzeit kann man wenig verkehrt machen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...