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Kapitalgesellschaften können reichlich Körperschaftsteuer zurückholen. Vorausgesetzt, sie schütten Gewinne früherer Jahre aus. Wie das Modell funktioniert, wer davon profitiert.

Für die nächste Gesellschafter-Versammlung hat Fritz Müller* eine Überraschung parat. Der GmbH-Chef eines mittelständischen Textilunternehmens in Nordrhein-Westfalen kann den Anteilseignern für 2005 mehr Gewinn überweisen, als die Firma tatsächlich erwirtschaftet hat.

Die Körperschaftsteuerreform von Ex-Finanzminister Hans Eichel aus den Jahren 2001/2002 macht’s möglich. Müller: „Wir mobilisieren jetzt Gewinne aus früheren Jahren und holen zugleich zu viel gezahlte Steuer zurück.“

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Nach diesem Strickmuster können alle Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) profitieren, denen das Finanzamt zum 31. Dezember 2002 ein Körperschaftsteuerguthaben bescheinigt hat – von den Firmen gezahlt für thesaurierte Gewinne bis Ende 2001. In kleineren Unternehmen sind das oft 100.000 bis 500.000 Euro, in größeren Firmen geht es durchweg um Millionenbeträge. Diese Guthaben sollten sich Firmenchefs jetzt vom Finanzamt erstatten lassen.

Allerdings gibt es nicht alles auf einen Schlag, die Behörde zahlt vielmehr in 14 Jahresraten zurück. „Damit die Firmen zügig an ihr Geld kommen, sollten sie die Gewinnausschüttungen genau planen“, empfiehlt Wirtschaftsprüfer Benedikt Kastrup von der Bielefelder Kanzlei HLB Dr. Stückmann und Partner.

Woher stammen die Steuerguthaben der Kapitalgesellschaften? Sie sind entstanden, als die damalige rot-grüne Bundesregierung die Körperschaftsteuer zum 1. Januar 2002 reformierte. Bis dahin gab es das Anrechnungsverfahren. Beispiel: Eine GmbH mit 100.000 Euro Gewinn musste dafür zunächst 40.000 Euro Körperschaftsteuer zahlen (40 Prozent).

Wenn sie diesen Gewinn später ausschüttete, reduzierte sich die Steuerlast auf 30.000 Euro (30 Prozent). Die Gesellschafter bekamen 70.000 Euro ausgezahlt, mussten aber 100.000 Euro versteuern. Doch was die GmbH bereits an Steuern überwiesen hatte (30.000 Euro), rechnete das Finanzamt auf die persönliche Steuerschuld der Gesellschafter an.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 05/2006, Seite 110, nachlesen.

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