Diverses Junge Unternehmer fordern Abschaffung des Meisterbriefs

Wirtschaftsminster Wolfgang Clement (SPD) bekommt Rückendeckung aus dem Unternehmerlager: Auch der Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) will den Meisterbrief als Voraussetzung für die Selbständigkeit abschaffen.

„Selbständigkeit muss ohne Meisterbrief möglich sein. Wir brauchen einen
freien Wettbewerb zwischen Meisterbetrieben und anderen Handwerkern“,
erklärte der BJU-Vorsitzende Marcus Schneider am Mittwoch.

Der große Befähigungsnachweis solle zwar grundsätzlich erhalten bleiben.
Aber nur, um damit „Werbung“ machen zu können, nicht aber als
„Markteintrittshürde“. Gerade für Existenzgründer, aber auch für dringend
gesuchte Unternehmensnachfolger stelle die gegenwärtige Handwerksordnung ein
Hemmnis auf dem Weg in die Selbständigkeit dar
, so der Verband.

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Im Gegensatz zum Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht der BJU
nicht die Qualität von Handwerkerleistungen in Gefahr. „Der mündige Kunde
soll – wie in jeder anderen Branche auch – selbst entscheiden, wem er einen
Auftrag erteilt“, so Schneider. Dass ein Meisterbetrieb keine Garantie für
Qualität ist, wisse jeder aus eigener Erfahrung. Letztlich komme es auf
qualifizierte und motivierte Handwerker an
, die vor Ort eingesetzt werden.
„Und die haben in der Regel ohnehin keinen Meisterbrief“, so der
BJU-Vorsitzende.

Auch das Argument, die Sicherheit vieler Handwerkerarbeiten sei dann nicht
mehr gewährleistet, wies Schneider zurück: „In keiner anderen Branche –
selbst nicht in Industrien mit Gefährdungspotenzial – gibt es vergleichbare
Regelungen. Warum dann für Friseure, Dekorateure oder Goldschmiede?“

Muss der Meisterbrief fallen? Oder brauchen wir ihn doch noch? Sagen Sie uns
Ihre Meinung – per E-Mail an ressort.politik@impulse.de.

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