Diverses Kauf und Leasing im Steuervergleich

Die Frage, ob sich Kauf oder Leasing eines Chefautos lohnt, ist auch von steuerlichen Betrachtungen abhängig. Die wichtigsten Steuer- und Bilanzierungsregeln (nach HGB) aus Unternehmenssicht. Dazu: die aktuellen Regeln zur Besteuerung privater Fahrten mit dem Dienstwagen.

Bilanzwirkung und Steuern bei Kauf und Mietkauf

  • Zählt ein Auto durch Kauf oder Mietkauf zum wirtschaftlichen Betriebsvermögen, wird der Anschaffungspreis einschließlich möglicher Nebenkosten, etwa für die Überführung, nach der AfA-Tabelle abschrieben: grundsätzlich linear und über sechs Jahre.
  • Möglich ist allerdings auch eine degressive Abschreibung. Laut „Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen“ lassen sich dabei 2006 und 2007 ausnahmsweise maximal je 30 Prozent der Anschaffungskosten abschreiben. Danach gilt wieder die gesetzliche Grundregel von maximal 20 Prozent pro Jahr (§7, Abs. 2 EStG).
  • Kleine und mittlere Unternehmen können möglicherweise 20 Prozent Sonderabschreibung geltend machen (§7g, Abs. 1 EStG). Auch die Bildung von Ansparabschreibungen (§7g, Abs. 3 bis 7 EStG) ist möglicherweise hilfreich.
  • Laufende Fahrzeugkosten sind, soweit das Unternehmen sie trägt, betriebliche Aufwendungen.
  • Kreditzinsen zählen zum jährlichen Zinsaufwand. Außerdem stellen Kredite mit über einem Jahr Laufzeit Dauerschulden dar, die zur Hälfte gewerbesteuerpflichtig sind.

Bilanzwirkung und Steuern beim Leasing

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  • Bei erlasskonformen Leasingverträgen ist die Leasinggesellschaft wirtschaftliche Eigentümerin des Fahrzeugs. Im Unternehmen entstehen lediglich Betriebsausgaben in Höhe der Leasingraten, die ertragsteuerlich grundsätzlich voll und unbeschränkt abzugsfähig sind. Dies gilt für alle Dienstwagen von Angestellten, zu denen steuerrechtlich auch GmbH-Geschäftsführer zählen.
  • Für Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften hat der Gesetzgeber das Dienstwagen-Privileg dagegen eingeschränkt. (siehe „Unternehmer-Ebene“).
  • Dienstwagen stellen bilanziell Sachlohn dar, zählen also zum Personalaufwand.
  • Gewerbesteuern fallen auf Leasingraten in keinem Fall an.

Besteuerung der privaten Nutzung

  • Angestellte, zu denen steuerrechtlich auch GmbH-Geschäftsführer zählen, haben durch die private Nutzung eines Dienstwagens einen geldwerter Vorteil, der zu besteuern ist. Dafür ist entweder monatlich pauschal 1 Prozent des Listenneupreises zu versteuern, oder aber ein Nachweis der tatsächlichen Nutzung über ein Fahrtenbuch zu erbringen.

    Ein Fahrtenbuch sauber zu führen, ist allerdings relativ aufwändig. Es lohnt tendenziell bei sehr teuren Fahrzeugen und niedriger privater Fahrleistung.

  • Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften müssen anders vorgehen: Sie müssen zunächst über die Protokollierung der gesamten betrieblichen Fahrleistung mit Reisezweck, Namen und Anschriften besuchter Geschäftspartner nachweisen, dass sie ihr Auto überwiegend beruflich nutzen.

    Denn liegt die betriebliche Nutzung bei über 50 Prozent, ist das Fahrzeug dem Betriebsvermögen zuzurechnen – und die Leasingraten lassen sich zur Vereinfachung komplett als Betreibsausgaben absetzen.

    Im Gegenzug stellt die Privatnutzung eine Privatentnahme dar und ist wie bei Angestellten als geldwerter Vorteil zu versteuern Entweder mit monatlich 1% vom Listenneupreis oder nach der tatsächlichen Nutzung mit Nachweis per Fahrtenbuch.

  • Liegt die betriebliche Nutzung nur zwischen 10 und 50 Prozent der Gesamtnutzung, lässt sich das Auto eines Selbständigen zwar als „gewillkürtes Betriebsvermögen“ ebenfalls in der Unternehmensbilanz führen.

    Die pauschale Besteuerung der Privatnutzung nach 1%-Regel ist seit Beginn dieses Jahres aber nicht mehr möglich. Stattdessen müssen Selbständige jetzt zwingend ein Fahrtenbuch führen, um private und betriebliche Nutzung en Detail nachzuweisen.

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