Diverses Kein gutes Omen

Wilfried Katterbach: impulse-Redakteur

Wilfried Katterbach: impulse-Redakteur© Florian Schwinge

Was haben Finanzkrise und Gesundheitsreform miteinander zu tun? Eine ganze Menge, wie impulse-Redakteur Wilfried Katterbach zeigt. Denn mit dem Gesundheitsfonds kommt ab 2009 auch der Einheitsbeitrag der Krankenkassen - und der wird aufgrund der aktuellen Entwicklungen wohl deutlich höher ausfallen als gedacht.

Die für heute angekündigte Bekanntgabe des neuen Einheitssatzes für den ab 1. Januar 2009 geltenden Gesundheitsfonds verschiebt sich wahrscheinlich. Das verheißt zunächst nichts Gutes. Zu weit liegen die Berechnungen auseinander – wegen Unwägbarkeiten, der Finanzkrise und zu befürchtenden Arbeitsmarktproblemen im kommenden Jahr. Bislang gingen Experten von einem einheitlichen Beitragssatz zwischen 15,5 und 15,7 Prozent des Lohnes aus. Ob dieser Satz ausreicht, steht in den Sternen. Wohl eher nicht.

Wohin die Reise gehen könnte, zeigt jetzt die drastische Beitragssatzerhöhung der AOK Baden-Württemberg. Sie setzte den Beitrag auf die stolze Höhe von 16 Prozent fest, 1,1 Prozentpunkte mehr als der bisherige Durchschnittssatz aller Kassen. Die Befürchtung, dass der Einheitssatz für den Gesundheitsfonds sich in dieser Größenordnung bewegt, bestätigt auch Professor Jürgen Wasem. Der Finanzexperte für das Gesundheitswesen und Regierungsberater mahnt an, dass die Krankenkassen in der Vergangenheit – selbst in konjunkturell guten Zeiten – nicht von der Wirtschaftsentwicklung profitiert haben.

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Jetzt sieht es ganz danach aus, dass die Konjunktur in den nächsten Monaten einen ordentlichen Dämpfer verpasst bekommt. Das heißt: Von einem Wachstum bekommen die Kassen wieder nichts ab. Das wird ihre Position in den Verhandlungen um den Einheits-Beitrag stärken und den Satz nach oben treiben. Zum Nachteil von Arbeitnehmern und Unternehmern. Ganz zu schweigen davon, dass von der ursprünglichen Absicht, die Lohnnebenkosten zu senken, nicht mehr viel übrig bleiben wird.

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