Diverses Kein Pardon

Der Armaturenhersteller Hansgrohe fährt im Kampf gegen Plagiate schwere Geschütze auf: Gefälschte Ware wird mit Walzen vernichtet, die Markendiebe müssen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Die Geräusche sind schrecklich, das Knirschen tut den Zuhörern weh – aber Richard Grohe lächelt. Er dirigiert erfreut eine der beiden Walzen, die 10 000 Duschköpfe auf dem Firmengelände in Offenburg schreddern. Es geht ihm richtig gut dabei.

Die Dinger am Boden sind Markenfälschungen, waren vom belgischen Zoll entdeckt und beschlagnahmt worden. Jetzt sind die Imitationen des „Raindance“ Krümel. Den Schaden der Produktpiraterie schätzt das Unternehmen auf rund 20 Millionen Euro. Neben Richard Grohe lenkt auch Karl-Heinz Hammann, ebenfalls Geschäftsführer, eine Schredderwalze. Das Motto der Aktion: „Kein Pardon für Kopierer.“ Nichts da mit dem fernöstlichen Sprichwort „Die Kopie ist die ehrlichste Form des Kompliments.“

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Richard Grohe, Geschäftsführer des vor 108 Jahren in Schittach im Schwarzwald gegründeten Sanitärteile-Herstellers, sagt: „Im schlimmsten Fall können diese Kopien gesundheitliche Risiken mit sich bringen.“ Minderwertiges Material und falsche Verarbeitung würden zu Ausschwemmungen von gesundheitsschädlichen Stoffen führen. Untersuchungen im Hansgrohe-Labor hätten gezeigt: Die Imitationen aus China setzen Kupfer frei.

Die Hansgrohe AG hat 2008 mit verschiedenen Marken einen Umsatz von 668 Millionen Euro gemacht. 3200 Menschen arbeiten für die Firma, zwei Drittel davon in Deutschland. Hier stehen sechs Werke, dazu kommen je eines in Frankreich, Holland, in den USA und in China. Hansgrohe hat die Duschen im Bundeskanzleramt und im Reichstag in Berlin ausgestattet, ebenso die des Kreuzfahrtschiffs „Queen Mary II“

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