Diverses Keine Kunden verlieren

Händler und Dienstleister sollten schon jetzt die Weichen stellen für die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel.

Dem nächsten Jahreswechsel sehen die deutschen Unternehmer mit gemischten Gefühlen entgegen. „Einerseits hoffen viele, dass der begonnene Aufschwung weiter anhält“, erklärt Hermann Franzen, Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), „doch andererseits befürchten sie, ab 2. Januar in enttäuschte und verär­gerte Kundengesichter zu blicken.“ Grund für die drohende Verstimmung: Mit dem Silvester-Feuerwerk hebt die Bundesregierung die Mehrwertsteuer von derzeit 16 Prozent auf 19 Prozent an. Da ist Verdruss programmiert.

Die Einzelhändler könnten die Verstimmung zwar vermeiden, indem sie die höhere Steuer nicht an die Kunden weitergeben. Doch kaum einer erzielt eine so üppige Marge, dass er die Erhöhung um drei Prozentpunkte darin auffangen könnte. Also bleibt nur der Weg, die höhere Belastung in die Preise einzurechnen. Und da wird es kritisch. Denn viele Verbraucher werden in Erwartung höherer Preise ihre Konsumlust bremsen. Und zwar: stärker bremsen, als nach Lage der Dinge angezeigt ist.

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Grund ist die „gefühlte Teuerung“. So ermittelte die Bonner Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners in einer aktuellen Untersuchung: Die Verbraucher überschätzen den Steuer­erhöhungseffekt um den Faktor fünf. Sie vermuteten nämlich, dass ein Produkt im Wert von derzeit 5,00 Euro nach dem Jahres- und Steuersatzwechsel 5,72 Euro kosten wird – der korrekte mathematische Wert: lediglich 5,13 Euro. „Diese Fehlschätzung könnte eine Welle der Konsumzurückhaltung auslösen“, ahnt Ekkehard Stadie, Partner bei Simon-Kucher. Der 35-Jährige fordert Händler und Dienstleister auf, schnellstmöglich Strategien für ihren Umgang mit der neuen Steuer zu entwickeln. Doch damit geraten die Chefs in eine Zwickmühle. „Direkt erkennbare Preiserhöhungen sind kaum durchsetzbar“, warnt Thomas Pielenhofer, Geschäftsführer der UGW Consulting GmbH. Vor allem in besonders preissensiblen Branchen wie Telekommunikation, Textilien oder Unterhaltungselektronik wandern die Kunden schnell ab, wenn ihnen die Preise zu hoch erscheinen.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2006, Seite 64, nachlesen.

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