Diverses KfW-Panne: Der listige Herr Steinbrück

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik© Rudolf Wichert

Wie kann so etwas passieren? Obwohl die US-Bank Lehmann Brothers schon pleite war, hat die KfW noch 300 Millionen Euro nach Amerika überwiesen. Dumm? Dilettantisch? Verantwortungslos? Medien und Politiker reagierten fassungslos - auch Finanzminister Peer Steinbrück. Geschickter kann man die eigene Verantwortung nicht kaschieren, sagt impulse-Redakteur Dirk Horstkötter.

Dümmer geht’s immer – das hat uns die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vorgeführt. Als alle Welt schon über den Konkurs der US-Investmentbank Lehmann Brothers spekulierte, überwies das Institut noch kurzerhand 300 Millionen Euro nach Amerika. Nun wird hektisch untersucht. Es würde ins traurige Bild von Schlamperei passen, wenn bald ans Licht käme, dass eine Sekretärin den Überweisungsknopf gedrückt hat – schlichtes Online-Banking eben.

Die politische Erregung erfasst am stärksten Finanzminister Peer Steinbrück, was abzusehen war. Der war in der Haushaltsdebatte zum Wochenanfang schon mit Sadomaso-Vergleichen in Fahrt gekommen, schob tags darauf bei der KfW züchtiger hinterher, dass das alles „Konsequenzen“ habe müsse. Geschickter kann man die eigene politische Verantwortung nicht kaschieren. Denn die Oberaufseher bei der KfW sind die Bundesminister Peer Steinbrück und Michael Glos.

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Nun ist es nicht immer vernünftig, dass die da oben ihren Hut nehmen müssen, wenn da unten in irgendeinem Büro falsch geklickt wird. Doch spätestens seit dem Milliardendesaster mit der Banktochter IKB in diesem Frühjahr hätte den Aufpassern klar sein müssen, dass Controlling und Risikomanagement eklatante Lücken aufweisen. Sie hätten von der Spitze aus, alle Hebel in Gang setzen müssen, damit es in dem Laden nicht mehr drunter und drüber geht. Doch außer der Neubesetzung des KfW-Chefpostens ist wenig passiert.

Das alles wird natürlich nicht im Untersuchungsbericht stehen, den die Politik jetzt beinhart anmahnt. Wenn der denn ordnerschwer vorliegt, ist der Finanzminister mit sich und Welt im Reinen: Ausgepeitscht gehören immer die anderen.

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