Diverses Kleiner Einsatz – großer Gewinn

Milliardensummen der Großinvestoren fließen derzeit in Einkaufszentren, Bürogebäude und Gewerbeflächen. Wie Anleger schon mit geringem Einsatz von diesem Boom profitieren.

Der Markt für Immobilien boomt. In den ersten neun Monaten 2006 wechselten in Deutschland Gebäude im Wert von knapp 30 Milliarden Euro den Besitzer. Das entspricht einer Steigerung von 135 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Immobilienaktien sind gefragt. So war die Gagfah-Aktie bei ihrem Börsengang Mitte Oktober gleich zwölffach überzeichnet.

Am ersten Handelstag stieg der Kurs vom Ausgabepreis in Höhe von 19 Euro um mehr als 20 Prozent auf 23,35 Euro. „Nach fünf Jahren mit fallenden Mieten, leer stehenden Büros und Ladenlokalen sind die Voraussetzungen für Gewinn versprechende Geldanlagen in Grund und Gebäude so gut wie seit Jahren nicht mehr“, sagt Hartmut Bulwien, Chef der auf Immobilien spezialisierten Beratungsfirma Bulwien Gesa.

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Doch was sollen Anleger kaufen? Offene oder geschlossene Immobilienfonds? Oder gar neuartige Reits? impulse hat die verschiedenen Immobilienanlagen unter die Lupe genommen und zeigt, was sie bringen und worauf im Einzelnen zu achten ist.

Beteiligungen ab 50 Euro

Doch es müssen nicht immer große Summen sein, mit denen sich Investoren an Immobilien beteiligen. Schon mit 50 Euro sind Anleger bei offenen Immobilienfonds dabei. Und die damit zu erzielenden Renditen können sich in Zeiten niedriger Zinsen sehen lassen. So kamen die erfolgreichsten Fondsmanager in den vergangenen drei Jahren auf zweistellige Wertsteigerungen.

Paul Kennedy, Chef der Europa-Analyse bei Invesco Real Estate, strahlt Optimismus aus: „Der weitaus größte Teil aller von uns überprüft en regionalen Büro-, Einzelhandels- sowie Logistik-Immobilienmärkte wird sich, verglichen mit anderen Geldanlagemöglichkeiten, bis zum Jahr 2010 überdurchschnittlich gut entwickeln.“ Kein Wunder, dass deutsche Fondsgesellschaft en auch bei den europäischen Nachbarn auf der Suche nach interessanten Objekten sind, um ihre Performance aufzubessern.

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So wie etwa Hausinvest. Die zur Commerzbank gehörende Investmentgesellschaft hat sich am größten Einkaufszentrum Großbritanniens beteiligt, das derzeit in bester Lage in London entsteht. Kosten: über zwei Milliarden Euro.

Doch auch der deutsche Markt ist derzeit hochattraktiv. „Selbst ausländische Gesellschaft en bieten ihren Kunden mittlerweile Fonds an, die hier investieren“, so Thomas Beyerle, Leiter Research und Strategie bei der Degi, einer zum Allianz-Konzern gehörenden Fondsgesellschaft .

Stetiger Aufwärtstrend

Die offenen Immobilienfonds eignen sich insbesondere für Anleger, die auf eine stetige Entwicklung des Depots Wert legen. Denn ihre Kurse schwankten in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt nur um 0,9 Prozent pro Jahr, so der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI). Der deutsche Aktienindex Dax verzeichnete hingegen im gleichen Zeitraum eine Schwankungsbreite von mehr als 20 Prozent.

Wer mittlere oder größere Summen von 10 000 Euro an aufwärts in Immobilien anlegen will, entscheidet sich für Anteile an geschlossenen Fonds. „Doch dabei ist Vorsicht geboten“, warnt Stefan Loipfinger, Herausgeber des Branchendienstes „Fondstelegramm“. „Denn viele der Angebote sind ihr Geld nicht wert.“

Zusammen mit seinem Expertenteam hat der Rosenheimer für impulse die Angebote der in Deutschland anlegenden Fonds unter die Lupe genommen. Nur drei hielten seinen Forderungen an Sicherheit und Rendite stand.

Anleger, die bereit sind, ein größeres Risiko als bei Immobilienfonds einzugehen, entscheiden sich für Real Estate Investment Trusts (Reits). Das sind weitgehend steuerbefreite Fonds, die sich auf Immobilienaktien spezialisiert haben.

„Im Depot können sie aufgrund der guten Gewinnchancen Aktienfonds ersetzen“, erläutert Matthias Urban, Geschäftsführer von Oppenheim Pramerica. Derzeit feilt der Gesetzgeber in Berlin noch an Regeln für deutsche Reits. Investoren können jedoch schon heute diese Immobilienpapiere kaufen: über spezielle Fonds, die hier zum Vertrieb zugelassen sind. Die erfolgreichsten erzielten in den vergangenen zwölf Monaten Wertzuwächse von über 30 Prozent.

Schnell kaufen bringt Rendite

Die Chancen für Investoren in Immobilien stehen derzeit also sehr gut. Doch allzu lange sollten Interessenten mit dem Kauf von entsprechenden Papieren nicht mehr warten. „Die Preise ziehen allmählich wieder an“, stellt Experte Bulwien fest. Und das könnte die derzeit interessanten Renditen schmälern.

Auf der nächsten Seite finden Sie die drei von den „Fondstelegramm“-Experten empfohlenen Angebote.

Geprüft und für gut befunden

Die drei von den „Fondstelegramm“-Experten empfohlenen Angebote.

HFS Immobilienfonds 10

Angebot: HFS investiert in ein Büro- und Verwaltungszentrum in Frankfurt am Main, in ein Einkaufszentrum mit zwei Wohngebäuden in Berlin-Steglitz und in ein Büro- und Einkaufszentrum in Potsdam. Anleger haben die Wahl zwischen anfänglich negativen steuerlichen Verlusten oder – bei Verzicht auf diese – auf eine bis zu 0,5 Prozent höhere Ausschüttung. Die Mindestbeteiligung beträgt 10.000 Euro plus fünf Prozent Agio.

Investition:

Das Fondsvolumen beläuft sich auf 712,2 Millionen Euro. Davon sind 49,3 Prozent Fremdkapital.

Anlageerfolg:

Die Ausschüttungen steigen bis auf sieben Prozent in 2027. Die Renditen betragen zwischen 5,6 und sieben Prozent nach Steuern.

HFS Zweitmarktfonds Deutschland 2

Angebot:

Der Fonds legt zum größten Teil in Zweitmarktanteile geschlossener Immobilienfonds an. Während der Laufzeit des Investments ist eine Thesaurierung der Ausschüttungen vorgesehen, Entnahmen sind jedoch möglich. Die Mindestbeteiligung beträgt hierbei 5.000 Euro plus fünf Prozent Agio.

Investition:
Das Gesamtvolumen des Fonds soll mindestens 45 Millionen Euro, höchstens jedoch 145 Millionen Euro betragen.

Anlageerfolg:
Die Ausschüttung beträgt zunächst sechs Prozent und soll bis 2026 kontinuierlich ansteigen.

LHI Immobilienfonds GmbH & Co Technologie Park Köln

Angebot:
Die Anleger beteiligen sich als typisch stille Gesellschafter an sieben Immobilien, überwiegend Bürobauten in Köln. Anleger müssen mindestens 10.000 Euro plus fünf Prozent Agio einsetzen.

Investition:
Das Fondsvolumen beträgt insgesamt 164,4 Millionen Euro. Davon sind 63,5 Prozent Eigenkapital.

Anlageerfolg:
Die typischen Gesellschafter erhalten bis zum Jahr 2020 eine jährliche Ausschüttung von 6,5 Prozent. Diese ist auch gewährleistet, wenn die tatsächlichen Mieterträge bis zu 20 Prozent unter den kalkulierten Werten liegen.

Quelle: Fondstelegramm

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