Diverses Kleinwagen beherrschen Automarkt

Der deutsche Automarkt bricht alle Rekorde: Dank der Abwrackprämie legte die Zahl der Neuzulassungen im Mai erneut zu - diesmal um 40 Prozent. Vor allem Kleinwagen sind gefragt. Große Gewinner sind Volkswagen und Opel.

Die Neuzulassungen stiegen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) im vergangenen Monat binnen Jahresfrist um 39,7 Prozent auf rund 384.600 Autos. Dabei legten erneut Marken zu, die vor allem sparsame Kleinwagen im Angebot haben. Zu den Gewinnern zählten nach Angaben der Flensburger Behörde vom Mittwoch vor allem ausländische Hersteller. Aber auch deutsche Marken wie VW (plus 60,2 Prozent) und Opel (plus 57,1 Prozent) profitierten kräftig. Ford legte um 48,3 Prozent zu.

Hohe Zuwachsraten verzeichneten vor allem Fahrzeuge der Kategorie Minis, deren Neuzulassungen kletterten um 140 Prozent. Kleinwagen legten um 92,7 Prozent zu, und in der Kompaktklasse erhöhten sich die Neuregistrierungen um 55,7 Prozent.

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Premiumhersteller verbuchen Verkaufsrückgänge

Dagegen waren Wagen der Oberklasse und der oberen Mittelklasse erneut weniger gefragt. Als Folge verbuchten Premiumhersteller wie Mercedes (minus 2,4 Prozent), BMW (minus 6,7 Prozent und Audi (minus 5,1 Prozent) Verkaufsrückgänge. Schon in den vergangenen Monaten hatte der deutsche Automarkt kräftig zugelegt.

Trotz der Übernahme durch den Autozulieferer Magna und einer lang anhaltenden Diskussion um Staatshilfen blieben die Kunden Opel treu. Der Autohersteller baute seinen Marktanteil in Deutschland aus. Er stieg im Mai nach Werksangaben mit 39.256 Zulassungen auf 10,21 Prozent. Im April hatte der Anteil bei 10,0 Prozent gelegen. Im Mai des Vorjahres hatte die damals noch 100-prozentige Tochter des US-Herstellers General Motors gut 14.000 Autos weniger verkauft.

Bereits zum vierten Mal in Folge belege man damit im Mai den zweiten Rang in der Statistik, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Rüsselsheim mit. Spitzenreiter bleibt Volkswagen.

Opel steigert Absatz auf knapp 150.000 Autos

In den ersten fünf Monaten des Jahres steigerte Opel den Absatz um rund 21 Prozent auf knapp 150.000 Autos. Gut läuft neben den Kleinwagen Corsa und Meriva die neue Mittelklasse-Limousine Insignia mit 120.000 Bestellungen. Allerding erwirtschaftet Opel nach Angaben von Hessens Ministerpräsident Roland Koch derzeit pro Tag 3 Millionen Euro Verlust.

Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna will den Einstieg bei Opel so schnell wie möglich perfekt machen. „Ende September können wir mit dem Closing (Vertragsabschluss) rechnen“, sagte der Co-Vorstandsvorsitzende Siegfried Wolf am Mittwoch nach einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim. Nach der Grundsatzvereinbarung vom vergangenen Wochenende sollten die offenen Details in den kommenden vier bis fünf Wochen geklärt werden. „Wir sollten jetzt die Ärmel aufkrempeln und die letzten offenen Punkte klären“, sagte Wolf: „Dann glaube ich, dass wir sehr schnell zu einem Abschluss kommen.“

Die gut 50.000 Beschäftigten in Europa stimmte Opel- Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz erneut auf harte Verhandlungen ein. Jeder fünfte Arbeitsplatz sei gefährdet, besonders auf die Werke in Bochum, Antwerpen und Luton könne einiges zukommen. Werksschließungen wolle der Betriebsrat aber ebenso verhindern wie betriebsbedingte Kündigungen. Nach lagen Verhandlungen hatten sich die Bundesregierung sowie die frühere Opel-Mutter General Motors in der Nacht zum Samstag auf einen Einstieg Magnas geeinig.

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