Diverses Knapp bei Kasse: Reden Sie mit Ihren Lieferanten

Knapp bei Kasse: Reden Sie mit Ihren Lieferanten

Knapp bei Kasse: Reden Sie mit Ihren Lieferanten

In Krisenzeiten haben Unternehmer meist andere Dinge im Kopf, als Lieferanten über ihre angespannte finanzielle Situation zu informieren. Ein Fehler, meint Unternehmensberater Carl-Dietrich Sander. Denn: "Je enger es wird, desto wichtiger ist es, miteinander zu reden – um unkontrollierte Querschüsse von Lieferanten zu vermeiden."

Eines sei sicher – diese kämen mit ihren Forderungen immer zur ungünstigsten Zeit. Wenn beispielsweise Sozialabgaben oder Umsatzsteuer anstehen.

Sein Rat an Firmenchefs lautet daher: „Reden Sie rechtzeitig mit Ihren Lieferanten und treffen Sie Vereinbarungen. Diese müssen Sie dann allerdings konsequent einhalten. Sonst verspielen Sie das Vertrauen Ihres Lieferanten.“

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Vereinbarungen mit Ihren wichtigen Lieferanten können sein:

  • eine generelle Fristverlängerung oder eine
  • Verlängerung nur für bestimmte Rechnungen
  • ein Einfrieren des Saldos oder eines Teils bis zum Zeitpunkt „X“ – dafür werden die neuen Rechnungen im Rahmen der Vereinbarungen bezahlt
  • Ratenzahlungen für den Altbestand
  • Wechsel für den Altbestand, deren Teilprolongationen bereits mit vereinbart sein können

Einen Schritt weiter geht der Verzicht Ihrer Geschäftspartner auf einen Teil ihrer Forderungen. Diese Möglichkeit müssen Sie nicht generell ausschließen, Lieferanten werden dazu aber in der Regel erst dann bereit sein, wenn ein Sanierungsberater oder Interimsmanager (als „neutraler“ Dritter) dies von ihnen einfordert und mit entsprechenden Konzepten für die Zukunft unterlegt.

Machen Sie in Ihren Gesprächen mit den Lieferanten deutlich, wie Sie sich die weitere Zukunft, Ihren weiteren Weg vorstellen – denn diese werden nur dann Zugeständnisse machen, wenn sie davon ausgehen können, auch in Zukunft mit Ihnen Geschäfte zu machen und sie sicher sind, dass die jetzt geschobenen Forderungen zukünftig bezahlt werden.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Ersatz unwichtiger Lieferanten durch neue. Bedenken Sie aber, dass jeder neue Lieferant heutzutage nur dann Belieferungen aufnimmt, wenn er sich vorher über die Bonität des neuen Kunden erkundigt hat – bei einer Auskunftei wie etwa Creditreform oder Bürgel. Wissen Sie, was diese über Sie berichten? Wenn nein, erkundigen Sie sich. Denn davon hängt Ihre Chance ab, neue Lieferanten aufzutun. Holen Sie in jedem Fall bei beiden Agenturen eine Selbstauskunft ein. Wenn Sie mit den Aussagen nicht einverstanden sind, setzen Sie sich mit den Auskunfteien zusammen und informieren Sie offen, damit diese gut über Sie berichten können.

Handelt es sich bei Ihrem Unternehmen um eine Kapitalgesellschaft, erteilt auch Ihre Bank oder Sparkasse Auskünfte – meist ohne, dass Sie etwas davon erfahren. Deshalb: Fragen Sie Ihre Bank, welche Auskünfte sie aktuell über Sie erteilt. Sprechen Sie auch hier offen darüber, was Sie tun können, um die Qualität der Auskunft zu verbessern.

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