Diverses Konjunktur in Deutschland erholt sich

Nach Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung wird sich die Konjunktur in Deutschland im zweiten Halbjahr 2002 erholen.

Die Konjunktur in Deutschland wird sich nach
Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für
Wirtschaftsforschung (RWI) im zweiten Halbjahr 2002 leicht erholen.
Trotz einer Steigerung des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) um insgesamt
0,9 Prozent werde die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Jahr um
135 000 sinken, sagte RWI-Vizepräsident Ullrich Heilemann bei der
Vorlage des Konjunkturberichts am Donnerstag in Essen. Für das Jahr
2003 erwarten die Wirtschaftsforscher einen stärkeren Aufschwung mit
einer Steigerung des BIP um 2,3 Prozent.

Der verhaltene Aufschwung ist nach Angaben der Experten allerdings
im wesentlichen vom Auslandsgeschäft abhängig. Dieses führe zu einer
Steigerung des BIP um 1,4 Prozent, während im Inland ein Minus von
0,4 Prozent erwirtschaftet werde. Daher sei der Aufschwung durch die
Unsicherheit der Konjunktur insbesondere in den Vereinigten Staaten
und durch die zunehmende Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar
gefährdet, sagte Heilemann.

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Zur Jahresmitte habe die Zahl der Erwerbstätigen den
Vorjahresstand um 165.000 besonders deutlich unterschritten,
berichtete Heilemann. Rückläufig sei insbesondere die Beschäftigung
im Baugewerbe und in der Industrie. Lediglich die Anbieter von
Dienstleistungen für Unternehmen stellten weiterhin Personal ein.
Damit werde die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr im Durchschnitt
fast vier Millionen erreichen, sagte Heilemann.

Das stärkere Wachstum im Jahr 2003 werde nur ein Plus von
180.000 Arbeitsplätzen bringen, so das RWI. „Die bereits in Kraft
getretenen Reformen der Arbeitsmarktpolitik wie Job-AQTIV-Gesetz und
Kombilohn funktionieren erst, wenn die Wirtschaft wieder auf der
Suche nach Arbeitslosen ist“, erläuterte Heilemann. Die Vorschläge
der Hartz-Kommission seien bei der Prognose noch unberücksichtigt
geblieben, da ihre Umsetzung noch unsicher sei.

Die größte Sorge bereitet den Konjunkturforschern der Rückgang der
öffentlichen Investitionen. Sollte die Bundesregierung bei diesem
Sparkurs bleiben, um für 2004 einen ausgeglichenen Haushalt zu
erreichen, werde die Konjunktur entscheidend gedämpft, erläuterte
Heilemann. Damit stecke die Bundesregierung in einem Dilemma, da
anderenfalls ihre Glaubwürdigkeit und die des Euro Schaden nehme. (dpa)

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