Diverses Konjunktur: Vertrauen schaffen, statt Ängste schüren

Michael Jansen: Ressortleiter Neugeschäft

Michael Jansen: Ressortleiter Neugeschäft© Michael Dannenmann

Steht der deutschen Wirtschaft eine Rezession bevor? Nein, sagt impulse-Redakteur Michael Jansen. Sein Kommentar zeigt: Die Stimmung ist schlechter als die Wirklichkeit.

Laut technischer Definition spricht man von Rezession, wenn in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen ein Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) eintritt. Und wie sah der BIP in den ersten beiden Quartalen aus? Im 1. Quartal zeichnet das Statistische Bundesamt ein Plus von 1,3 Prozent aus. Lediglich im 2. Quartal sank das BIP um minus 0,5 Prozent.

Klar, die aktuellen Umfrage-Ergebnisse deuten auf einen Abschwung hin. Und die Stimmung der Wirtschaft verschlechtert sich. Laut Ifo-Institut fiel der aktuelle Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge, was Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zum Anlass nahm, von einer Trendwende zu sprechen. Zumal der Index auf den tiefsten Stand seit gut drei Jahren gefallen ist. Laut Sinn ist die Wirtschaft in einem schwierigen Fahrwasser. Allerdings: Hört man gerade mittelständischen Unternehmern genau zu, dann beklagen sie zwar oft, dass es der Branche nicht mehr so gut geht wie in den letzten Monaten. Fragt man aber, wie die eigene Firmenkonjunktur aussieht, lautet die Antwort stets: Wir sind zufrieden. Was wohl meist eher untertrieben ist.

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Die Politik und Öffentlichkeit ist jetzt gefragt, Vertrauen in die deutsche Volkswirtschaft zu schaffen. Und nicht gleich alles tiefschwarz zu sehen – auch wenn wir Deutsche gerne und allzu oft dazu neigen. Der deutschen Volkswirtschaft geht es nicht so schlecht, wie uns einige Statistiker einreden wollen. Denn volkswirtschaftlich betrachtet bewegen wir uns auf einem hohen Niveau. Und dies sollten wir uns immer vor Augen halten. Wir alle können uns gegen den Pessimismus stemmen und dafür sorgen, dass Zuversicht verbreitet wird und der Glaube an eine starke deutsche Volkswirtschaft herrscht. Dann wird auch der Verbraucher reagieren. Sein Geld ausgeben und nicht sparen. Und so wieder für einen Anstieg der Konjunktur sorgen. Denn eine Grundregel lautet und hat seit Jahrzehnten Bestand: Mindestens 50 Prozent des Aufs und Abs der Konjunktur ist Psychologie.

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