Diverses Konjunkturkrise: Deutschland muss handeln

Wenn die Bundesregierung keine nachhaltigen Maßnahmen ergreift, wird sie den Abschwung nicht mildern können. So sagt es Europas oberster Konjunkturforscher voraus - und fordert einen europaweit koordinierten Anstoß für den Konsum.

Um den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu begegnen, gibt es keine Alternative zu staatlichen Konjunkturpaketen, sagt John Fitz Gerald, Leiter des europäischen
Konjunkturforschungsnetzwerks Euroframe, in einem impulse-Interview. Dabei sieht Europas oberster Konjunkturforscher gerade die deutsche Bundesregierung in der Pflicht: „Sofern nicht auch Deutschland nachhaltige Maßnahmen ergreift, werden sie den Abschwung nicht mildern können.“

Den besten Job in der Rezessionsbekämpfung machen nach Fitz Geralds Einschätzung die
Franzosen. „Die französiche Regierung mit Staatspräsident Nicolas Sarkozy scheint
einigermaßen effektiv zu handeln.“

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Fitz Gerald erwartet, dass das Inlandsprodukt in der Euro-Zone in den kommenden Monaten zwischen 0,5 und einem Prozent schrumpfen werde. Im späteren Verlauf des
Jahres könne das Wachstum aber wieder einsetzen. Vor diesem Hintergrund warnt der
irische Ökonom jedoch vor falschen Hoffnungen. „Selbst wenn alle Maßnahmen einen
erheblichen Umfang haben und rasch umgesetzt werden, dürften sie erst dann greifen,
wenn der Wendepunkt im Konjunkturzyklus 2009 ohnehin da ist“, sagte er impulse. Dann aber könnten die Konjunkturpakete der Wirtschaft der Euro-Zone in der
Erholungsphase Auftrieb verleihen.

Europa muss nach Ansicht von Fitz Gerald darüber hinaus noch mehr gemeinsame
Anstrengungen zur Belebung der Wirtschaft in Angriff nehmen: „Hilfreich wäre jetzt ein
koordinierter gemeinsamer fiskalischer Anstoß für den Konsum“. Auszunehmen wären
dabei allerdings Länder mit schwerwiegenden Haushaltsproblemen wie Irland oder
Italien. Jedoch sollten die Maßnahmen auf Privathaushalte gerichtet sein, „die das Geld
auch tatsächlich ausgeben und nicht sparen“, sagte Fitz Gerald.

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